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Deutschland laut Migrationsbericht mit höchster Einwanderung seit 1993

Migrationsbericht für das Jahr 2013  

Deutschland als Einwanderungsland immer attraktiver

21.01.2015, 17:50 Uhr | AFP, rtr, dpa

Deutschland laut Migrationsbericht mit höchster Einwanderung seit 1993. Die Bevölkerung in Deutschland ist 2013 um rund 430.000 Menschen gestiegen. (Quelle: dpa)

Die Bevölkerung in Deutschland ist 2013 um rund 430.000 Menschen gestiegen. (Quelle: dpa)

Deutschland ist im Vergleich zu anderen EU-Staaten zu einem "Hauptzielland von Migration" geworden. Das ist eine Haupterkenntnis des Migrationsberichts für das Jahr 2013, den Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in Berlin vorstellte. Demnach stieg die Zahl der Zuzüge binnen eines Jahres von 1,08 Millionen (2012) auf 1,23 Millionen Menschen. Einen derart hohen Wert hatte es zuletzt 1993 gegeben.

Die Zahl der Fortzüge aus Deutschland kletterte im selben Zeitraum um zwölf Prozent auf 800.000, so dass es unterm Strich einen "Wanderungsgewinn" von rund 430.000 Menschen gab. Dank der Zuwanderung stieg die Bevölkerungszahl im vierten Jahr in Folge: Nach einer Schätzung der Statistiker lebten Ende 2014 fast 81,1 Millionen Menschen in der Bundesrepublik.

Zuwanderung ist europäisch

Dem Bericht zufolge ist die Zuwanderung nach Deutschland europäisch. Mit 76,8 Prozent der Zuwanderer kamen mehr als drei Viertel aus einem anderen europäischen Staat. 61,5 Prozent davon kamen aus anderen Staaten der Europäischen Union.

Im europäischen Vergleich weist vor allem Spanien als ein bisher beliebtes Einwanderungsland rückläufige Zahlen auf. In Großbritannien, Frankreich und Italien ist die Zuwanderung in etwa konstant hoch.

Die meisten kommen aus Polen

Wie seit 1996 in jedem Jahr war wieder Polen das Hauptherkunftsland der Zuwanderer nach Deutschland. Im Jahr 2013 wurden 197.009 Zuzüge aus unserem Nachbarland registriert, gleichzeitig gab es 125.399 Fortzüge von Deutschland nach Polen.

Weiter angestiegen ist die Zahl der Zuzüge aus Rumänien, und zwar auf 135.416. Bei Bulgarien stieg die Zahl auf 59.323. Auch diese Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2013, in dem für Rumänen und Bulgaren noch nicht die Arbeitnehmerfreizügigkeit in Deutschland galt.

Im Migrationsbericht wird darauf hingewiesen, dass die Zuwanderung von Menschen aus beiden Ländern seit deren EU-Beitritt von 2007 sprunghaft angestiegen ist. Dagegen sei gegenüber der Türkei bereits seit 2006 ein jährlicher Wanderungsverlust festzustellen.

Für 2014 legten die Statistiker noch keine kompletten Zahlen vor. Der Trend aus den ersten fünf Monaten deutet aber daraufhin, dass Rumänien die Zuwanderungsliste aus Staaten der EU nun vor Polen anführt.

Deutlich mehr Asylanträge

Ins Gewicht fällt auch der Bürgerkrieg in Syrien: Bis Mai 2014 waren fast 16.000 Syrer zugewandert, die drittgrößte Zuwanderergruppe nach Rumänen und Polen. Diese Entwicklung dürfte sich im Rest des Jahres fortgesetzt haben, da die Zahl der Asylbewerber aus Syrien weiter stieg. Im Vergleich zu 2012 erhöhte sich die Anzahl aller Asylanträge um 70 Prozent.

Experten erwarten, dass die hohe Zuwanderung nicht von Dauer sein wird. Die Bevölkerung dürfte dann wieder schrumpfen, so dass es weniger Arbeitskräfte gäbe. Die Wirtschaft und auch die Bundesregierung werben daher um Zuwanderung aus dem Ausland.

"Es ist ein großes Glück für uns, dass so viele Arbeitnehmer gerade aus der Europäischen Union nach Deutschland gekommen sind", hatte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann schon vor der Vorstellung des Berichts gesagt. "Ohne sie hätten wir keine Überschüsse in den Sozialversicherungen und wohl auch nicht ein Wirtschaftswachstum, wie wir es haben."

Diskussion um Einwanderungsgesetz

Aber es gebe keine Garantie, dass dies so bleibe, betonte Oppermann. "Deshalb müssen wir unbedingt auch über Einwanderung von außerhalb der EU nachdenken." Wichtig sei dafür eine vernünftige Steuerung, zum Beispiel über ein Punktesystem im Rahmen eines Einwanderungsgesetzes.

Innerhalb der Großen Koalition ist so ein Gesetz umstritten. CDU-Generalsekretär Peter Tauber hatte es zuletzt ins Gespräch gebracht, stieß in der Union allerdings auf breite Ablehnung. Die Sozialdemokraten wollen nun bis Ende Februar Vorschläge für ein Einwanderungsgesetz vorlegen und darüber mit CDU und CSU diskutieren.

 (Quelle: dpa) (Quelle: dpa)

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