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Pegida sauer auf Legida: Zu wenig Demonstranten in Leipzig

Streit unter Islamkritikern  

Pegida droht Legida mit rechtlichen Schritten

22.01.2015, 11:00 Uhr | t-online.de, AFP, dpa

Pegida sauer auf Legida: Zu wenig Demonstranten in Leipzig. Weit weniger Menschen als angekündigt sind zur Legida-Demonstration gekommen. (Quelle: dpa)

Weit weniger Menschen als angekündigt sind zur Legida-Demonstration gekommen. (Quelle: dpa)

Dem islamkritischen Legida-Bündnis aus Leipzig steht juristischer Ärger mit dem Dresdner Pegida-Bündnis ins Haus. Die Dresdner sind sauer, dass ihre Forderungen von den Leipzigern bisher nicht übernommen wurden. Zu allem Überfluss ist es Legida auch bei weitem nicht gelungen, die für eine Großdemonstration angekündigten 40.000 Teilnehmer zu mobilisieren. Kaum mehr als 15.000 Anhänger schlossen sich der Demo an und wurden von mehr als 20.000 Legida-Gegnern auch noch blockiert. Diese sind zahlreicher und lauter.

Vor der Demonstration sind Differenzen zwischen dem Dresdner Pegida-Bündnis und dem Ableger aus Leipzig bekannt geworden. Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel kündigte rechtliche Schritte gegen die Gruppe an. Die Legida-Organisatoren hätten keine klare Erklärung abgegeben, "dass sie den Forderungskatalog von Pegida Dresden übernehmen". "Alles, was heute Abend in Leipzig gesagt und gefordert wird, ist nicht mit uns abgesprochen. Das kann sich für die einheitliche Wahrnehmung unserer Bewegung als kontraproduktiv erweisen. Daher prüfen wir eine Unterlassungsklage", so Oertel.

"Die 40.000 können wir streichen"

Zu der abendlichen Kundgebung auf dem zentralen Augustusplatz versammelten sich nach Angaben aus Polizeikreisen nur knapp 10.000 Menschen, später zogen bis zu 13.000 Demonstranten auf einer verkürzten Route durch die Stadt. "Die Zahl 40.000 können wir streichen", sagte ein Polizist im Einsatz mit Blick auf die von Legida angemeldete Teilnehmerzahl.

Viele Tausend Legida-Gegner blockierten den Zugang zum Platz. Anhänger der Islamkritiker wurden mit Trillerpfeifen und "Haut ab, haut ab"-Rufen empfangen und am Weiterkommen gehindert. Die Polizei, die mit 4000 Beamten aus ganz Deutschland im Einsatz war, sprach von einer gespannten Stimmung. "Zwischenfälle gab es bislang aber nicht", sagte ein Sprecher. Viele Geschäfte im Stadtzentrum hatten wegen der Demonstration vorzeitig geschlossen.

Krawalle nicht ausgeblieben

Antifa-Gruppen hatten im Vorfeld zu Störaktionen aufgerufen und Blockaden angekündigt. Leipzig hat eine starke, teils gewaltbereite linksautonome Szene. Erst vergangene Woche gab es bei einer Demonstration der linken Szene Ausschreitungen.

Am Ende des Aufzuges kam es doch noch zu Tumulten, es flogen Böller und Flaschen. Auch Journalisten wurden angegriffen - aus welchem Lager, ist laut Polizei zunächst unklar. "Es ist tatsächlich so, dass wir im Abgang Probleme bekommen haben, die Lager zu trennen", sagte ein Polizeisprecher. Das sei aber trotz der massiven Sicherheitsvorkehrungen zu befürchten gewesen.

Wie ein Reporter der Zeitung "Die Welt" von Leipzig aus berichtete, waren im Gegensatz zu Dresden viele Teilnehmer klar als Rechtsextremisten zu erkennen.

Brandanschläge und Handgemenge

Nach Polizeiangaben wurden Einsatzkräfte entlang der Aufzugsstrecke beim Hauptbahnhof mit Flaschen und Feuerwerkskörper beworfen. In der Südvorstadt wurden zwei Müllcontainer in Brand gesteckt. Schon am Nachmittag hatte es zwei Brandanschläge auf Kabelschächte entlang der Bahnstrecke Dresden-Leipzig gegeben. Im Leipziger Hauptbahnhof musste daraufhin fast die Hälfte der Gleise gesperrt werden. Der Deutschen Bahn zufolge kam es im Nah- und Fernverkehr zu Verspätungen.

Zwischen beiden Seiten kam es zudem zu kleineren Handgemengen. An dem Konzertgebäude Gewandhaus und der Leipziger Oper, vor der sich die Legida-Anhänger versammelten, waren die Lichter abgeschaltet. Auf Transparenten an den Fassaden beider Gebäude waren Bekenntnisse für Toleranz und Weltoffenheit zu lesen.

Sachsens Verfassungsschutz zeigte sich besorgt über extremistische Aktivitäten im Umfeld des Leipziger Ablegers der Pegida-Bewegung. "Legida gebärdet sich im Vergleich zu Pegida entschlossener und viel radikaler", sagte der sächsische Verfassungsschutzpräsident Gordian Meyer-Plath der "Welt".

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