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Legida-Demo in Leipzig endet mit Angriffen auf Journalisten

Journalisten angegriffen  

Legida-Demo in Leipzig endet mit Tumulten

22.01.2015, 14:52 Uhr | dpa, je

Legida-Demo in Leipzig endet mit Angriffen auf Journalisten. Während der Demonstrationszüge in Leipzig gelang es der Polizei, die Legida-Anhänger (unten) von ihren zahlreicheren Gegnern zu trennen (Quelle: AP/dpa)

Während der Demonstrationszüge in Leipzig gelang es der Polizei, die Legida-Anhänger (unten) von ihren zahlreicheren Gegnern zu trennen (Quelle: AP/dpa)

Zum Ende der Legida-Demonstration in Leipzig ist es am Mittwochabend zu Tumulten gekommen. Laut Polizei wurden mehrere Beamte durch Böller, Flaschen und Laserpointer verletzt. Auch Journalisten seien attackiert worden. Aus welchem Lager, das bezeichnete die Polizei aber als ungeklärt. Laut "Leipziger Volkszeitung" kamen die Angriffe allerdings aus dem Legida-Lager: Etwa 50 Angreifer hätten sich auf Pressevertreter gestürzt; ein Fotograf sei zu Boden getreten, seine Ausrüstung zerstört worden.

Zu Zusammenstößen von Anhängern der islamfeindlichen Legida-Bewegung und Gegendemonstranten kam es, nachdem die eigentlichen Demonstrationszüge schon vorbei waren. Die Polizei versuchte, die beiden Lager getrennt aus der Stadt zu begleiten, was vor dem Leipziger Hauptbahnhof nicht ganz gelang. "Es ist tatsächlich so, dass wir im Abgang Probleme bekommen haben, die Lager zu trennen", bestätigte ein Polizeisprecher. Gegen 22 Uhr habe sich die Lage beruhigt. "Einige wenige Verletzte" hat es laut Polizei dabei gegeben.

Pegida sauer auf Legida

Bei der Großdemo in Leipzig war es zuvor dem Pegida-Ableger Legida nicht gelungen, wie erhofft 40.000 Teilnehmer zu mobilisieren. Zur Kundgebung auf dem zentralen Augustusplatz mit anschließendem Aufzug über den Innenstadtring brachte die Bewegung nach Angaben der Stadt rund 15.000 Anhänger auf die Straße, darunter viele Zugereiste aus Dresden. Mehr als 20.000 Menschen, so die Schätzungen, protestierten dagegen und blockierten zeitweise den Legida-Zug. 4000 Polizisten aus ganz Deutschland waren im Einsatz.

Zugleich kündigte sich ein Konflikt zwischen Legida und dem Original aus Dresden, Pegida, an. Pegida will eine Unterlassungsklage gegen Legida prüfen. Deren Organisatoren hätten sich bislang geweigert, den eigenen Forderungskatalog zu übernehmen. "Alles, was heute Abend in Leipzig gesagt und gefordert wird, ist nicht mit uns abgesprochen", zürnte Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel. "Das kann sich für die einheitliche Wahrnehmung unserer Bewegung als kontraproduktiv erweisen."

Wirbel nach Bachmann-Rücktritt

Aber auch die Pegida-Bewegung selbst muss sich nach dem Rücktritt ihres Chefs und Mitgründers Lutz Bachmann neu formieren. Der 41-Jährige hatte am Mittwochabend alle Ämter niedergelegt - gegen ihn wird wegen Volksverhetzung ermittelt. Zuvor waren ein Foto Bachmanns mit Hitler-Bart und ausländerfeindliche Facebook-Einträge öffentlich geworden.

Bachmanns "Hitler"-Foto und die Facebook-Postings hatten eine Welle der Empörung ausgelöst. In den Posts bezeichnete er Ausländer als "Viehzeug", "Gelumpe" und "Dreckspack". "Es tut mir leid, dass ich damit den Interessen unserer Bewegung geschadet habe", heißt es dazu in Bachmanns Rücktritts-Erklärung.

"Ist und bleibt rassistisch"

Die rechtskonservative AfD begrüßte den Schritt. "Er hat mit seinen traurigen Äußerungen und ekelhaften Scherzen die Menschen von Pegida, die getrieben von ehrlichen Sorgen auf die Straße gehen, beschämt", sagte Sprecher Christian Lüth. Die AfD hatte in den vergangenen Wochen Kontakt zur Pegida-Bewegung gesucht. Einer öffentlichen Begegnung mit Bachmann, der nach Morddrohungen von Islamisten unter Polizeischutz steht, war die AfD-Spitze jedoch aus dem Weg gegangen.

Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) warnte davor, "sich von einem möglichen Rückzug Bachmanns aus der ersten Reihe in Dresden blenden zu lassen". "Pegida ist und bleibt eine rassistische Veranstaltung", sagte sie der "Berliner Zeitung".

Linksfraktionsvize Dietmar Bartsch wertete den Rücktritt Bachmanns als Beleg für die Haltung von Pegida. "Die rassistischen Äußerungen des Pegida-Gründers Bachmann haben gezeigt, wes Geistes Kind die Organisatoren dieser Hass-Bewegung sind", sagte er dem Berliner "Tagesspiegel". "Wer jetzt noch diesen geistigen Brandstiftern nachläuft, macht sich mit ihnen und ihren Positionen gemein."

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