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Kommentar zu Pegida und Legida: Der Verlust der Unschuld

Kommentar zu Pegida  

Der Verlust der Unschuld

22.01.2015, 09:51 Uhr | Volker Dohr, t-online.de

Kommentar zu Pegida und Legida: Der Verlust der Unschuld. Seine Hitler-Pose und Menschenverachtende Kommentare kosteten Pegida-Gründer Lutz Bachmann nun alle seine Ämter. (Quelle: dpa)

Seine Hitler-Pose und Menschenverachtende Kommentare kosteten Pegida-Gründer Lutz Bachmann nun alle seine Ämter. (Quelle: dpa)

Ein Kommentar von Volker Dohr

Lutz Bachmann ist seinen Job als Chef der Pegida-Bewegung los. Ausgerechnet das, was Pegida in der Öffentlichkeit stets zu leugnen versucht hat, brachte ihn zu Fall: die zweifelsfreie Nähe zu rechtsextremem Gedankengut, manifestiert durch seine Posen als Adolf Hitler und menschenverachtende, rassistische Aussagen in sozialen Medien.

Dass Pegida nicht so harmlos ist, wie sich das Bündnis gerne darstellt, wird seit Wochen berichtet. Hinweise darauf gab es mehr als genug. Dafür werden die Medien und ihre Vertreter Montag für Montag als "Lügenpresse" beleidigt und erhalten Zuschriften, die teils so drastisch sind, dass nur noch eins bleibt: Kommentarfelder schließen oder, wie der "Spiegel"-Journalist Hasnain Kazim, die Hassnachrichten öffentlich machen.

Auch die Organisatoren ähnlicher Veranstaltungen sind alles andere als harmlos: Jörg Hoyer, Wortführer der „Legida“-Bewegung in Leipzig, verkaufte vor seinem Engagement gegen angebliche Islamisierung Nazi-Militaria, wie die "Welt" herausfand. Der Rechtsbeistand der Bewegung, Arndt Hohnstädter, ist laut "Welt"-Recherchen in auffallend vielen Verfahren als Verteidiger von Rechtsextremen aufgetreten.

Wir könnten diese Liste noch lange weiterführen, es gibt mehr als genug Beispiele dafür. Stattdessen fragen wir diejenigen, die bislang zu Pegida und Co. gehalten haben: Will man wirklich Fürsprecher einer Bewegung sein, deren Wortführer nicht in der Mitte der Gesellschaft stehen, sondern an deren rechten Rand? Wie, denkt man, ist der Dialog über Pegida-Forderungen nach dem Bekanntwerden von Bachmanns zweitem Gesicht nun noch möglich? Er ist es nicht.

Wohl aber der über Ängste. Es lohnt also, zur Vernunft zu kommen: Sachlich zu diskutieren ist möglich - es setzt aber den Verzicht von Beleidigungen und Rassismus voraus.

HINWEIS DER REDAKTION: Zu einem Kommentar von uns wollten wir eigentlich gerne Leser-Kommentare zulassen. Leider sahen wir uns nach wenigen Minuten gezwungen, diese Funktion wieder zu schließen - wie bei fast allen Artikeln über Pegida: Aufrufe zur Gewalt, extremistische und menschenverachtende Posts sowie Pauschalverurteilungen sind die Gründe; unseren Kollegen, die die Kommentarfunktion betreuen, sowie der großen Mehrheit an Lesern, die über dieses Thema gerne sachlich diskutieren wollen, war und ist das nicht zuzumuten. So ist eine sinnvolle Diskussion, die wir uns wünschen, leider nicht möglich. Sehr schade. Ihre t-online.de-Redaktion

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