Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland > Gesellschaft >

Sigmar Gabriel: "Pegida gehört offensichtlich zu Deutschland"

Anhänger nicht ausgrenzen  

Gabriel: "Pegida gehört zu Deutschland"

04.02.2015, 16:01 Uhr | rtr

Sigmar Gabriel: "Pegida gehört offensichtlich zu Deutschland". Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel will Pegida nicht durch Gesprächsverweigerung größer machen (Quelle: imago/commonlense)

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel will Pegida nicht durch Gesprächsverweigerung größer machen (Quelle: imago/commonlense)

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat vor einer Ausgrenzung von Anhängern der islamfeindlichen Pegida-Bewegung gewarnt. Pegida gehöre "ganz offensichtlich" zu Deutschland, sagte Gabriel dem "Stern" - angelehnt an das Merkel-Zitat, dass der Islam zu Deutschland gehöre. Es sei etwas dran an der These, "dass die Verweigerung des Gesprächs, das kollektive Draufhauen die Proteste erst angestachelt und größer gemacht haben", so Gabriel.

"Es gibt ein demokratisches Recht darauf, rechts zu sein oder deutschnational", sagte der Vize-Kanzler. "Sogar ein Recht, Dummheiten zu verbreiten wie die angebliche Islamisierung Deutschlands."

Der SPD-Chef verteidigte seinen Besuch vor knapp zwei Wochen bei einer Diskussionsveranstaltung in Dresden, an der Anhänger und Gegner der Pegida-Bewegung teilgenommen hatten. In seiner Partei war dies kontrovers aufgenommen worden. "Da waren ganz normale Dresdner mit ihren Alltagssorgen. Sollen wir die den rechtsradikalen und rechtspopulistischen Hintermännern von Pegida überlassen?", sagte Gabriel dem "Stern".

Für seinen Satz "Wir müssen raus ins Leben, dahin, wo es brodelt" habe er bei seiner Bewerbungsrede für den Parteivorsitz 2009 "am meisten Beifall bekommen", sagte Gabriel. "Gerade für diesen Satz bin ich als SPD-Vorsitzender gewählt worden. Aber wenn ich das dann mache, bekomme ich Ärger - auch mit manchen von denen, die damals geklatscht haben."

Fahimi: Habe auch schon mit Neonazis gesprochen

Auf Gabriel angesprochen, sagte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi in Berlin vor Journalisten, der Dialog mit den Bürgern sei eine Grundidee auch der Nachbarschaftskampagne ihrer Partei. Dazu gehöre, "nicht nur in die gutsanierten Altbauwohnungen zu gehen, sondern auch in die Plattenbauten". Dabei erlebe sie auch Auseinandersetzungen, die nicht angenehm seien. "Ich habe auch schon im Abstand von einem Meter mit Neonazis diskutieren müssen", sagte Fahimi. Das bleibe nicht aus in einem Raum mit Menschen, die Sympathie mit Pegida zum Ausdruck brächten.

In der Öffentlichkeit war in der vorigen Woche der Eindruck eines Meinungsunterschiedes zwischen Fahimi und Gabriel beim Umgang mit Pegida entstanden. Zeitgleich mit Gabriels Besuch bei der Diskussion in Dresden hatte Fahimi in einem Interview gesagt, sie wolle in "keinen Dialog treten mit Leuten, die Stimmung schüren gegen Migranten, gegen Ausländer und gegen Andersdenkende". Die SPD-Führung erklärte daraufhin, man sei sich einig, dass niemand mit den Pegida-Organisatoren spreche.

Fahimi bat nun darum, "jetzt mal die Haarspalterei zu lassen, wer mit wem reden oder nicht reden darf". Es gebe keine Redeverbote und schon gar nicht Zuhörverbote in der SPD. Sie habe lediglich gesagt, "dass ich mir von Rassisten und Neonazis nicht diktieren lasse, wo ich dieses Gespräch mit wem suche".

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Letzte Chance auf Schnäppchen im Sale!
bei MADELEINE
Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal