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Dügida: Polizei ermittelt wegen Hitlergruß und Horst-Wessel-Lied

Hitlergruß und Horst-Wessel-Lied  

Polizei ermittelt gegen rechtsradikale Dügida-Teilnehmer

10.02.2015, 10:53 Uhr | dpa

Dügida: Polizei ermittelt wegen Hitlergruß und Horst-Wessel-Lied. Dügida-Aufmarsch in Düsseldorf - fast nur noch Rechtsextreme unterwegs (Quelle: dpa/Archivbild)

Dügida-Aufmarsch in Düsseldorf - fast nur noch Rechtsextreme unterwegs (Quelle: Archivbild/dpa)

Sie zeigten den Hitlergruß und sangen das verbotene "Horst-Wessel-Lied": Nach einer Demonstration von weniger als 100 Dügida-Anhängern am Montagabend in Düsseldorf ermittelt die Polizei nun gegen mehrere Teilnehmer und leitete Strafverfahren gegen zwei Demonstranten ein. In Dresden erlebten etwa 2000 Menschen das Comeback von Pegida-Gründer Lutz Bachmann, der seine fremdenfeindliche Hetze unter dem Gejohle seiner Anhänger verteidigte.

Nach Einschätzung der Polizei setzten sich die Teilnehmer in Düsseldorf dieses mal fast ausschließlich aus Angehörigen des rechtsextremen Spektrums zusammen. Zwei Demonstranten seien wegen eines Plakats von der Versammlung ausgeschlossen worden, teilten die Behörden mit. An den fünf Gegendemonstrationen zu Dügida beteiligten sich nach Polizeischätzung mehrere hundert Menschen. Die Polizei war mit 1000 Beamten im Einsatz.

Mehrfach hätten Störer versucht, die Absperrungen zu durchbrechen. Um das zu verhindern, griffen Beamte zu Einsatzstock und Pfefferspray. Dabei sei aber niemand verletzt worden.

Bachmann ist zurück

Ebenfalls am Montagabend versammelten sich erstmals seit Abspaltung der Gruppe um Ex-Sprecherin Kathrin Oertel rund 2000 Pegida-Demonstranten vor der Dresdner Frauenkirche. Bei der letzten Kundgebung vor dem Führungsstreit waren es am 25. Januar noch mehr als 17.000 Menschen gewesen.

Mit der Rückkehr von Gründer Lutz Bachmann rückt Pegida weiter nach rechts, kann aber längst nicht mehr so viele Menschen mobilisieren.

Bachmann, der vor drei Wochen wegen eines "Hitler-Selfies" und ausländerfeindlicher Äußerungen als Vereinsvorsitzender zurückgetreten war, zeigte sich erstmals wieder im Rampenlicht - und verteidigte seine umstrittenen Bemerkungen.

Sie seien verkürzt wiedergegeben worden, außerdem habe er Worte gewählt, von denen er sicher sei, "dass jeder, wirklich jeder von uns sie schon einmal am Stammtisch benutzt hat". Bachmann hatte Asylbewerber unter anderem als "Gelumpe" und "Dreckspack" beschimpft.

Auf dem nahe gelegenen Dresdner Postplatz demonstrierten nach Polizeiangaben zeitgleich etwa 400 Menschen mit Musik für eine weltoffene Stadt.

Kleine Oertel-Demo

Zu einer Kundgebung am Sonntag, die Oertels neues Bündnis "Direkte Demokratie für Europa" organisiert hatte, waren nur etwa 500 Menschen gekommen. Die Gruppierung verfolgt einen deutlich moderateren Kurs als Pegida.

Der Leipziger Ableger Legida durfte am Montag nicht demonstrieren. Die Stadt hatte den Aufmarsch wegen eines polizeilichen Notstandes untersagt, Gegenkundgebungen aber genehmigt.

Als sich am Montagabend trotzdem Legida-Anhänger in der Stadt versammelten, löste die Polizei die Zusammenkunft auf und begleitete die Demonstranten zum Hauptbahnhof. Polizisten überprüften die Identitäten von rund 140 Legida-Sympathisanten. Zu einer Kundgebung unter dem Motto "Willkommen in Leipzig" kamen laut Polizei etwa 200 Menschen.

Auch in anderen Städten gingen am Montagabend wieder zahlreiche Menschen für Weltoffenheit und Toleranz auf die Straße. Die Zahl der Demonstranten, die sich Kundgebungen von Pegida-Ablegern anschlossen, blieb deutlich dahinter zurück.

Pegida-Demos im Ausland

Bei der ersten Pegida-Kundgebung in Schweden trafen am Montagabend in Malmö wenige Dutzend Anhänger der islamfeindlichen Bewegung auf mehrere tausend Gegendemonstranten. Auch in Norwegen und Dänemark hatten sich in den vergangenen Wochen Pegida-Anhänger versammelt. Jedes Mal waren die Gegendemonstranten aber weit in der Überzahl gewesen.

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