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Zahl der Flüchtlinge in Deutschland klettert auf 629.000

"Von Überbelastung keine Rede"  

So viele Flüchtlinge leben wirklich in Deutschland

12.02.2015, 18:55 Uhr | dpa, t-online.de

Zahl der Flüchtlinge in Deutschland klettert auf 629.000. Im letzten Jahr sind deutlich mehr Flüchtlinge nach Deutschland gekommen, darunter auch diese Familie aus dem Kosovo. (Quelle: dpa)

Im letzten Jahr sind deutlich mehr Flüchtlinge nach Deutschland gekommen, darunter auch diese Familie aus dem Kosovo. (Quelle: dpa)

Auf Anfrage der Linksfraktion hat die Bundesregierung die Gesamtzahl der in Deutschland lebenden Flüchtlinge veröffentlicht. Demnach ist die Zahl der Flüchtlinge im vergangenen Jahr um 130.000 auf rund 629.000 geklettert. Das berichtete der "Kölner Stadtanzeiger".

Die Innenexpertin der Linksfraktion, Ulla Jelpke, sagte der Zeitung, alles in allem seien die knapp 630.000 Flüchtlinge nicht einmal ein Prozent der Bevölkerung. Das sei "weitaus weniger als zum Beispiel vor 17 Jahren, als es noch über eine Million Menschen waren." Von einer Überlastung der Bundesrepublik könne keine Rede sein.

Genaues Bild der Flüchtlingssituation

In dieser Statistik sind alle Ausreisen, Abschiebungen und auch Einbürgerungen berücksichtigt. Deswegen gibt sie ein genaueres Bild der Flüchtlingssituation ab, als die reine Zahl der Asylanträge.

Die Gesamtzahl setzt sich wie folgt zusammen: 338.000 sind anerkannte Flüchtlinge, die entweder politisches Asyl oder einen anderen Schutz bekommen haben - 44.000 mehr als im Vorjahr. Hinzu kommen dem "Kölner Stadtanzeiger" zufolge 291.000 Asylsuchende und Geduldete. Das seien 86.000 mehr als im Vorjahr.

Auch die Zahl der Geduldeten erhöhte sich demnach leicht. Zum Stichtag 31. Dezember 2014 waren im Ausländerzentralregister 113.000 (2013: 94.500) Menschen aufgeführt, die keinen Asylstatus bekommen haben und deshalb ausreisepflichtig sind, aber aus unterschiedlichen Gründen zunächst nicht abgeschoben werden können. Das seien vor allem Flüchtlinge aus Serbien, dem Irak oder Russland.

Kommunen schlagen Alarm

Tags zuvor hatten die Kommunen angesichts einer "Asyl-Lawine" aus dem Kosovo Alarm geschlagen. Es werde dringend eine Beschleunigung des Asylverfahrens benötigt, forderte der Geschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, laut "Passauer Neue Presse".

Die Bundesregierung solle prüfen, ob das Kosovo und andere Balkanstaaten als "sichere Herkunftsländer" eingestuft werden können. Asylbewerber aus sogenannten sicheren Herkunftsländern haben nur geringe Chancen auf einen erfolgreichen Asylantrag und müssen mit einer schnellen Ablehnung rechnen.

Das zuständige Innenressort in Berlin winkte allerdings erst einmal ab. "Es ist jetzt nicht das Gebot der Stunde, über gesetzgeberische Maßnahmen nachzudenken, die ja auch eine Weile in Anspruch nähmen und insbesondere auch der Zustimmung des Bundesrates bedürften", sagte ein Sprecher.

Aus diesen zehn Ländern kamen im Januar 2015 die meisten Asylsuchenden nach Deutschland. (Quelle: Grafik: t-online.de / Daten: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge)Aus diesen zehn Ländern kamen im Januar 2015 die meisten Asylsuchenden nach Deutschland. (Quelle: Grafik: t-online.de / Daten: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge)

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