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Dresden: Pegida-Anhänger versuchen Flüchtlingscamp anzugreifen

Montagsdemonstration in Dresden  

Pegida-Anhänger attackieren Flüchtlingscamp

03.03.2015, 12:10 Uhr | dpa, t-online.de

Dresden: Pegida-Anhänger versuchen Flüchtlingscamp anzugreifen. Nach einer Pegida-Demonstration musste die Dresdner Polizei den Platz vor der Semperoper abriegeln. (Quelle: dpa)

Nach einer Pegida-Demonstration musste die Dresdner Polizei den Platz vor der Semperoper abriegeln. (Quelle: dpa)

Im Anschluss an eine erneute Montagsdemonstration der islamfeindlichen Vereinigung Pegida haben rund zwei Dutzend Rechtsextreme versucht, ein Flüchtlingslager zu attackieren. Der Vorfall ereignete sich auf dem Platz vor der Semperoper. Die Polizei schritt sofort ein und konnte Schlimmeres verhindern.

Von Verletzten war zunächst nichts bekannt, wie ein Polizeisprecher meldete. Gegenüber "Spiegel Online" sprach die Dresdner Polizei sogar nur von "verbalen Provokationen". Laut eines MDR-Berichts seien aber auch Feuerwerkskörper geflogen. Auf dem Platz hatten sich mehrere hundert Unterstützer der Flüchtlinge eingefunden, um eine für den Abend erwartete Räumung des Zeltlagers zu verhindern.

Polizei riegelt Theaterplatz ab

Gut 6000 Anhänger der Pegida-Bewegung waren durch Dresden gezogen. Nach Ende der Kundgebung strömten etwa 100 Menschen zum Protestlager. Während etwa zwei Dutzend davon den Platz zu stürmen versuchten, forderten andere lautstark die Räumung des Camps. Nach Angaben der "Dresdner Neuesten Nachrichten" hätten sie "räumen, räumen!" skandiert und Parolen wie "Deutschland den Deutschen, Ausländer raus" gerufen. Am Rande kam es zu Rangeleien.

Die Polizei war unter anderem mit Beamten zu Pferd im Einsatz. Sie riegelte den Theaterplatz später mit Fahrzeugen ab.

Auf dem Platz hatten rund 80 Flüchtlinge und Unterstützer am vergangenen Wochenende ein Protestcamp errichtet, das für Toleranz werben sollte. Das Ordnungsamt erteilte jedoch den Organisatoren einen Auflagenbescheid, wonach die Zelte und alle anderen Aufbauten bis zum Montagabend entfernt werden sollten, wie "Spiegel Online" berichtete.

Das Protestlager wird seit dem Morgen geräumt. "Die Camp-Bewohner bauen momentan alles ab", sagte ein Sprecher der Demonstranten.

Demonstrationen in Leipzig und Antwerpen

Auch in Leipzig gingen Anhänger des Pegida-Ablegers auf die Straße. Am Rande seien fünf Legida-Sympathisanten von vermummten, schwarz gekleideten Männern angegriffen worden, berichtete die Polizei. Diese hätten sie geschlagen, zu Boden getreten und ihnen Reizgas ins Gesicht gesprüht. Die fünf Legida-Protestler wurden ambulant behandelt. Insgesamt sprachen die Ermittler aber vom bislang wahrscheinlich friedlichsten Demonstrationsabend.

Trotz Verbots versammelten sich zudem in der belgischen Hafenstadt Antwerpen etwa hundert Pegida-Anhänger. Die Polizei umringte die Demonstranten nach einem Bericht der belgischen Nachrichtenagentur Belga. Einige Menschen wurden festgenommen. Die Stadtverwaltung hatte die Demonstration als zu gefährlich verboten. In Belgien gilt die zweithöchste Terrorwarnstufe. Fahnder verhinderten im Januar nach Behördenangaben einen größeren Anschlag islamistischer Extremisten.

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