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Flüchtlinge in Deutschland: Helfer werden zur Zielscheibe

Flüchtlinge in Deutschland  

Wenn Helfer zur Zielscheibe werden

15.07.2015, 17:52 Uhr | Volker Dohr, t-online.de

Flüchtlinge in Deutschland: Helfer werden zur Zielscheibe. DLRG: Viele Ehrenamtliche helfen Flüchtlingen. (Quelle: dpa)

DLRG: Viele Ehrenamtliche helfen Flüchtlingen. (Quelle: dpa)

Sie lehren Flüchtlingskindern das Schwimmen, bauen als Feuerwehrleute Zelte auf oder helfen einfach nur freiwillig: Viele Menschen in Deutschland wollen einen Teil dazu beitragen, dass sich Flüchtlinge willkommen fühlen. Doch nicht allen schmeckt, was Feuerwehr, DLRG und THW tun: Die Anfeindungen in sozialen Netzwerken nehmen zu.

Ein aktuelles Beispiel kommt aus dem bayerischen Weißenburg. Die 18.000 Einwohner große Stadt liegt eine gute Autostunde südlich von Nürnberg, verschiedene Asylunterkünfte sollen hier in den kommenden Tagen und Wochen entstehen. Auch die DLRG vor Ort will etwas beitragen und bietet einen Schwimmkurs für Flüchtlingskinder an - ehrenamtlich, ohne Bezahlung.

Eigentlich eine schöne Sache - sollte man meinen. Doch die Reaktionen auf der Facebook-Seite der Lebensretter sprechen eine andere Sprache: Die noch harmlosen Äußerungen lauten "Ihr seid wohl total verblödet". Manche melden sich dagegen offen rassistisch zu Wort: "Optimal! Dann können die in Zukunft ja in ihre Heimat zurückschwimmen!", postet ein Facebook-Nutzer auf der DLRG-Seite.

Nicht nur kritisiert, sondern angegriffen

An den Ehrenamtlichen gehen derartige Beiträge nicht spurlos vorüber: "Sehr traurig stimmt das einen", sagt Vroni Grimm, die in Weißenburg Trainerin der DLRG ist, gegenüber dem Online-Magazin "Weißenburg Aktuell". Man werde nicht nur kritisiert, sondern regelrecht angegriffen. 

Als "Neiddebatte" bezeichnet DLRG-Einsatzleiter Daniel Mülheims im gleichen Magazin die Anfeindungen. Niemand werde besser gestellt, man behandle alle gleich. Nicht umsonst habe es von höchster Stelle der DLRG Lob für die Aktion gegeben, so Mülheims.

"Mich interessiert nicht, wer der Mensch im 3. Stock ist"

Im Netz für Beachtung gesorgt hat auch ein Beitrag auf der Facebook-Seite der Freiwilligen Feuerwehr Neumünster. Daniel Bumann, seit 20 Jahren freiwilliger Helfer der Wehr, äußert sich darin bestürzt über die Reaktionen auf einen Beitrag der Feuerwehr. Sie hatte in einer Turnhalle, die zur Flüchtlingsunterkunft umfunktioniert werden sollte, Bodenplatten verlegt. "Was dann geschah, machte die Feuerwehrleute fassungslos. In Kommentaren machten sich Mitbürger mit teils sehr zweifelhafter Wortwahl ihrem Unmut über das Geschehen Luft. Später löschte die Wehr sogar diesen Eintrag."

Auch Bumann setzte sich zur Wehr: "Seit über 20 Jahren interessiert es mich nicht, ob der Mensch am Fenster im 3. Stock, hinter dem schon die Flammen hoch schlagen, ein Pastor, ein Steuerhinterzieher, oder gar ein Mörder ist. Dieser Mensch braucht jetzt meine Hilfe! Punkt! Und so verfahren tausende Feuerwehrleute. Überall!" Mittlerweile wurde der Beitrag fast 4000 Mal geteilt und hat 12.000 Likes erhalten - viele stimmen ihm also zu.

Bumann sieht sich auch danach als einfacher Helfer: Zu dem Rummel um seinen Beitrag sagte er gegenüber dem "Holsteinischen Courier" nur, dass er sich nicht äußern wolle: "Alles andere wäre Selbstdarstellung, und da ich nur einer von vielen bin, würde dies nicht meiner Einstellung zum Feuerwehrdienst entsprechen."

Rückendeckung aus der Politik

Doch nicht nur viele Bürger sprechen sich für die Helfer aus, auch aus der Politik kommt Rückendeckung: Bayern richtet etwa eine Anlaufstelle für Ehrenamtliche ein, die sich um Asylbewerber kümmern. Dafür wird die Regierung in den beiden kommenden Jahren 500.000 Euro zur Verfügung stellen, wie Sozialministerin Emilia Müller zu Beginn des Monats ankündigte. 

Müller dankte den Freiwilligen und erklärte, die Regierung wolle sie nicht alleine lassen. Man habe deshalb einen Aufruf an Städte und Kreise gestartet, die sich die Einrichtung von Anlaufstellen für Flüchtlinge vorstellen können. Anschließen wolle man Modellstandorte auswählen. 

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