Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland > Gesellschaft >

Julia Klöckner will Standards für Asylantenheime senken

Gebäude statt Zelte  

CDU-Vize Klöckner will niedrigere Standards für dauerhafte Flüchtlingsunterkünfte

09.08.2015, 14:37 Uhr | AFP, dpa

Julia Klöckner will Standards für Asylantenheime senken. CDU-Vize Julia Klöckner will Flüchtlinge lieber in Gebäuden mit niedrigeren Standards statt in Zelten unterbringen. (Quelle: dpa)

CDU-Vize Julia Klöckner will Flüchtlinge lieber in Gebäuden mit niedrigeren Standards statt in Zelten unterbringen. (Quelle: dpa)

Besser schnell in ein nicht perfektes Haus als in ein Zelt. Dafür sollen die Normen gesenkt werden: "Wir brauchen eine pragmatische Anpassung von Standards bei der Genehmigung und dem Bau von Flüchtlingsunterkünften in den Kommunen", sagte die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner angesichts des Mangels an Unterkünften.

"Die Gebäude müssen natürlich sicher und menschenwürdig sein, aber die Frage ist: Muss ein Gebäude unbedingt perfekt sein und allen Normen entsprechen, oder ist es nicht wichtiger, dass Menschen, die um ihr Leben gebangt haben, sicher unterkommen?"

Ziel müsse sein, leerstehende Gebäude schneller zu nutzen. "Zelte sind keine Lösung und schon gar nicht im Winter."

Sachleistungen statt Geldleistungen

Klöckner, die auch CDU-Landesvorsitzende in Rheinland-Pfalz ist, sieht das Taschengeld, das Asylsuchende bekommen, kritisch. "Für viele Menschen aus sicheren Herkunftsländern und für die, die keinerlei Aussicht auf Asylanerkennung in unserem Land haben, sind die Geldleistungen verständlicherweise ein Anreiz, nach Deutschland zu kommen", sagte sie.

"Aber wir müssen erreichen, dass Menschen ohne Bleibeperspektive erst gar nicht aus ihrem Land ausreisen. Deshalb sollten wir darüber nachdenken, Sachleistungen statt Geldleistungen auszugeben."

Die Probleme der Kommunen mit der steigenden Flüchtlingszahl stehen im Mittelpunkt der nächsten Bund-Länder-Gespräche am 9. September. Den Termin teilte das Bundeskanzleramt der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) mit. Angesichts der angespannten Lage war das ursprünglich für den Herbst geplante Treffen in Berlin auf Anfang September vorgezogen worden.

Die Bundesregierung stellt den Ländern wegen der Probleme bei der Unterbringung von Flüchtlingen weitere Finanzhilfen in Aussicht. Bei den Gesprächen soll es nach Angaben der Zeitung auch um eine Ausweitung des Kreises sicherer Drittstaaten auf das Kosovo, Albanien und Montenegro gehen, um Menschen von dort schneller zurückschicken zu können.

Anstieg der Antragsteller verlangsamt

Die "FAS" berichtete, Daten des Amtes belegten, dass sich zumindest der Anstieg der Asylbewerberzahlen verlangsamt habe. So suchten in der ersten Jahreshälfte 2015 aus Serbien, Bosnien und Mazedonien jeweils 23 Prozent mehr Menschen Asyl in Deutschland als in den Vorjahresmonaten. Hingegen wuchs die Zahl der Asylanträge aus den anderen Balkanstaaten, die noch nicht als sicher gelten, um 515 Prozent. In diesem Jahr seien rund 97.000 Asylsuchende vom Balkan, fast die Hälfte der bisher insgesamt 200.000 Antragsteller, berichtete die "FAS".

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal