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Heidenau: Flüchtlingsfest droht Absage wegen Versammlungsverbot

Polizeilicher Notstand in Heidenau  

Flüchtlingsfest droht Absage wegen Versammlungsverbot

27.08.2015, 22:57 Uhr | dpa

Heidenau: Flüchtlingsfest droht Absage wegen Versammlungsverbot. Flüchtlinge in Heidenau während des Besuchs von Kanzlerin Angela Merkel am 26. August 2015. (Quelle: dpa)

Flüchtlinge in Heidenau während des Besuchs von Kanzlerin Angela Merkel am 26. August 2015. (Quelle: dpa)

Am Wochenende soll eigentlich ein Willkommensfest für Flüchtlinge in Heidenau stattfinden. Ein Kontrastprogramm zu den schweren Ausschreitungen von Rechtsradikalen eine Woche zuvor. Doch weil die Rechten eine Gegenveranstaltung angekündigt haben, meldet die Polizei Notstand an - mit der Folge, dass ein striktes Versammlungsverbot verhängt wird. Für alle.

Das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat zwischen Freitag 14 Uhr und Montag 6 Uhr alle öffentlichen Versammlungen unter freiem Himmel untersagt - im gesamten Gebiet der Stadt. Anlass sei das Vorliegen eines polizeilichen Notstandes. "Danach sind die zur Verfügung stehenden Polizeikräfte nicht in der Lage, der prognostizierten Lageentwicklung gerecht zu werden", hieß es in einer Mitteilung des Landratsamtes. Es ist unklar, ob das Flüchtlingsfest womöglich nach drinnen verlegt werden könnte - schließlich gilt das Verbot nur für draußen.

Rechte wollen aufmarschieren

Das Willkommensfest für Flüchtlinge war für Freitagnachmittag geplant. Parallel dazu wollten die rechten Gegner der Flüchtlingsunterkunft erneut auf die Straße gehen: Die Bürgerinitiative Heidenau hatte im Internet zu einer Demonstration aufgerufen. Sie wird dabei von anderen rechten Gruppen wie der Bürgerwehr Freital und der Meißener Initiative Heimatschutz unterstützt.

Das Bündnis Dresden Nazifrei, das zusammen mit den Flüchtlingen vor der Unterkunft ein Grillfest mit verschiedenen Aktivitäten feiern wollte, sprach am Donnerstagnachmittag - als sich das Verbot bereits anbahnte - von einem Skandal. "Gerade nach den Ereignissen am vergangenen Wochenende muss es der Polizei doch möglich sein, so eine Veranstaltung, bei der wir den Menschen eine schöne Zeit bereiten wollen, abzusichern", sagte Henning Obens von der Interventionistischen Linken, die das Fest mit organisiert. Bei dem Willkommensfest sollten auch tonnenweise in Berlin gesammelte Sachspenden verteilt werden.

Der sächsische Ausländerbeauftragte Geert Mackenroth (CDU) hatte am Donnerstag bei Twitter geschrieben, die sächsische Polizei bemühe sich um Hilfe aus anderen Ländern.

Linke planen Demonstration in Dresden

In der Landeshauptstadt Dresden hat das Bündnis Dresden Nazifrei für Samstag eine Demonstration angemeldet. Der Protest richte sich gegen die politisch Verantwortlichen, die die rechtsradikalen Ausschreitungen vom vergangenen Wochenende in Heidenau zugelassen hätten, sagte Bündnis-Sprecher Silvio Lang. Er rechne mit einer vierstelligen Teilnehmerzahl. Unterstützung komme aus Leipzig, Berlin, Frankfurt und Jena.

Dresden sei ein Kulminationspunkt von Rechten und Ausländerfeinden, sagte Obens. "Das hat sehr viel mit Pegida zu tun und einer falschverstandenen Toleranz gegenüber dieser rassistischen Bewegung."

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