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Salzhemmendorf bei Hameln: Drei Verdächtige legen Geständnis ab

Angriff auf schlafende Kinder bei Hameln  

Gefasste Verdächtige legen Geständnis ab

29.08.2015, 13:25 Uhr | dpa, AFP

Salzhemmendorf bei Hameln: Drei Verdächtige legen Geständnis ab. Polizeibeamte in Salzhemmendorf im Landkreis Hameln-Pyrmont (Niedersachsen) vor der angegriffenen Asylbewerberunterkunft. (Quelle: dpa)

Polizeibeamte in Salzhemmendorf im Landkreis Hameln-Pyrmont (Niedersachsen) vor der angegriffenen Asylbewerberunterkunft. (Quelle: dpa)

Der Angriff traf eine Mutter und deren Kleinkinder im Schlaf: Im niedersächsischen Salzhemmendorf bei Hameln haben Täter einen Brandsatz durch das Fenster einer bewohnten Asylbewerber-Wohnung geworfen. Wie durch ein Wunder ist den Bewohnern nichts geschehen. Mittlerweile sind drei Personen festgenommen und geständig.

Es handele sich um zwei 24 und 30 Jahre alte Männer aus der Gemeinde im Kreis Hameln-Pyrmont und eine 23 Jahre alte Frau aus der Region Hannover, sagte ein Polizeisprecher. Sie seien nach Auswertung von Spuren, Zeugenaussagen sowie "aufgrund von Vorerkenntnissen der Polizei" ermittelt worden. "Es gibt auch Geständnisse", sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) dem Sender NDR.

Mutmaßliche Täter polizeibekannt

Der 24-Jährige sei wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung sowie politisch motivierten Taten bereits polizeibekannt, der 30-Jährige wegen Sachbeschädigung und Diebstahls, erklärte die Polizei weiter.

Die Täter hatten in der Nacht zum Freitag ein Molotow-Cocktail durch ein geschlossenes Fenster in die Wohnung in einem ehemaligen Schulgebäude geworfen. Eine Mutter und ihre drei kleinen Kinder aus Simbabwe, die im Nebenraum schliefen, blieben nach Angaben der Polizei unverletzt. Ein Teppich und eine Matratze gerieten in Flammen. In dem Gebäude leben mehr 30 als Flüchtlinge.

Nach dem Anschlag wurde die betroffene Flüchtlingsfamilie in einer anderen Unterkunft untergebracht und psychologisch betreut.

Bürgermeister ist geschockt

Am Vormittag machte sich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) vor Ort ein Bild von dem Anschlag.

Salzhemmendorfs Bürgermeister Clemens Pommerening verurteilte die Tat. "Ich bin völlig fassungslos, niemand hätte sich vorstellen können, dass bei uns so etwas passiert", sagte der parteilose Politiker. "Bei uns herrscht gelebte Willkommenskultur." Es habe nichts darauf hingedeutet, dass in Salzhemmendorf etwas Vergleichbares hätte passieren können.

"Keine rechte Szene"

Auch für die Polizei kam der Brandanschlag unerwartet: "Es gibt in Salzhemmendorf und auch im gesamten Landkreis keine rechte Szene", sagte Polizeisprecher Jens Petersen. Es habe im Ort und in anderen Kommunen der Region in der Vergangenheit keine fremdenfeindliche Aktionen gegeben.

Auch in Sachsen hat es in einem weiteren Asylbewerberheim gebrannt. Die Ursache für das Feuer in der bewohnten Unterkunft in Aue ist noch unklar, die Polizei gab keine näheren Auskünfte. Laut einem Bericht der Chemnitzer "Freien Presse" wurde in dem Zusammenhang am Vormittag ein älterer Mann festgenommen. Nach Polizei-Angaben hatten Unbekannte bereits in der Nacht auf dem Gelände einen Müllcontainer angezündet.

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