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Pegida-Demonstranten beschimpften Kinder in Dresden

Eklat in Dresden  

Pegida-Demonstranten beschimpften Kinder

23.09.2015, 11:58 Uhr | Vera Kämper, Spiegel Online

Pegida-Demonstranten beschimpften Kinder in Dresden. Anhänger der Dresdner Pegida-Bewegung: Gutes Benehmen geht anders. (Quelle: Symbolbild dpa)

Anhänger der Dresdner Pegida-Bewegung: Gutes Benehmen geht anders. (Quelle: Symbolbild dpa)

"Faules Pack" und "schämt Euch" sollen die Teilnehmer einer Pegida-Demonstration in Dresden einer Gruppe Schulkinder zugerufen haben. Das Kultusministerium verurteilte die Vorfälle.

Seit knapp einem Jahr laufen die "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes", kurz Pegida, in Dresden zu Protestmärschen auf. Derzeit verzeichnet die islamkritische Bewegung wieder Zulauf. Am Montagabend kamen rund 7500 Menschen zu einer Demonstration durch das Zentrum der sächsischen Landeshauptstadt. Dabei sollen einige Teilnehmer vor dem Schauspielhaus Kinder bedroht und beleidigt haben.

Wie Radio Dresden auf seiner Homepage berichtet, seien Kinder als "faules Pack" beschimpft worden. Wie eine Sprecherin des Schauspielhauses dem Sender mitteilte, seien etwa 100 Kinder nach dem Ende einer Vorstellung aus dem Gebäude gekommen, als der Demonstrationszug von Pegida am Haus vorbeizog. Demonstranten riefen "macht euch in die Schule" oder "schämt euch". Zudem seien einige Pegidisten auf die Kinder zugegangen und hätten vor ihnen ausgespuckt und sie mit brennenden Zigaretten bedroht.

Schüler wehren sich gegen "Nazis"

Einige Schüler seien daraufhin in die Arkaden des Schauspielhaues gelaufen und hätten "Nazis raus" gerufen, zitiert der Sender Ralf Seifert vom Organisationsteam des Schultheater-Festivals.

Auch die "Sächsische Zeitung" berichtet über den Vorfall und zitiert Pegida-Gründer Lutz Bachmann. "Ich sage dazu überhaupt nichts", habe Bachmann gesagt. "Es ist nie zu diesem Vorfall gekommen." Berichte von Augenzeugen kommentierte Bachmann gegenüber der Zeitung mit den Worten: "Es ist mir scheißegal."

"Es ist beschämend"

Anzeige sei nicht erstattet worden, hieß es. Der Dresdner Polizei liegen keine näheren Informationen zu den Vorfällen vor, sagte Sprecher Thomas Geithner Radio Dresden. Lediglich von verbalen Auseinandersetzungen sei die Rede gewesen.

Das Kultusministerium reagierte mit einem offenen Brief. Dresdens Gastfreundschaft sei "von Pegida-Demonstranten mit Füßen getreten" worden, heißt es darin. "Wir sind entsetzt und betroffen, dass Ihr am gestrigen Montagabend vor dem Schauspielhaus Dresden von Pegida-Demonstranten angegriffen, beleidigt und bedroht worden seid", schreibt Dirk Reelfs, Pressesprecher des Ministeriums. Das Ministerium verurteile die Angriffe zutiefst. "Es ist beschämend und spricht Bände für emotionale Armut und Kleingeistigkeit dieser Menschen, die Euch bedroht haben."

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