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Polizeigewerkschaft sieht kriminelle Strukturen in Flüchtlingsheimen

Nur "populistisches Gerede"?  

Polizeigewerkschaft: kriminelle Strukturen in Flüchtlingsheimen

29.09.2015, 13:12 Uhr | AFP, dpa

Polizeigewerkschaft sieht kriminelle Strukturen in Flüchtlingsheimen. Kriminelle Strukturen im Inneren? Flüchtlingsunterkunft in einer früheren Schule in Berlin-Hellersdorf. (Quelle: imago images)

Kriminelle Strukturen im Inneren? Flüchtlingsunterkunft in einer früheren Schule in Berlin-Hellersdorf. (Quelle: imago images)

Ein düsteres Bild von der Situation in Flüchtlingsheimen hat die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) gezeichnet und "knallharte kriminelle Strukturen" beklagt. Die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor bezeichnete dagegen solche Einschätzungen, dass sich in den Unterkünften ein "explosives Gemisch" zusammenbraue, als "populistisches Gerede". Sie empfahl Streitschlichter, die Konflikte zwischen Flüchtlingen entschärfen sollen.

Mit seiner alarmierenden Einschätzung hatte sich DPolG-Chef Reainer Wendt an die "Passauer Neue Presse" gewandt. Gewaltausbrüche in Flüchtlings- und Asylbewerberheimen seien "keine neue Entwicklung". "Wir erleben diese Gewalt seit Wochen und Monaten. Es schließen sich Gruppen nach Ethnien, nach Religion oder Clan-Strukturen zusammen und gehen mit Messern und selbst gebastelten Waffen aufeinander los."

Laut Wendt werden religiös und politisch motivierte Konflikte und Kämpfe um die Vorherrschaft ausgetragen. "Vieles davon ist sicher der Enge in den Unterkünften geschuldet, aber es gibt auch knallharte kriminelle Strukturen", meinte der Gewerkschaftsboss.

Die meisten Gewalttaten fänden innerhalb der muslimischen Gruppen statt. "Da kämpfen Sunniten gegen Schiiten, da gibt es Salafisten unterschiedlichster Ausprägung, (...) Frauen werden zur Verschleierung gezwungen. Männer werden gezwungen zu beten. Islamisten wollen dort ihre Werte und Ordnung einführen", so Wendt.

Christen sollten deshalb "unter besonderen Schutz" gestellt werden. Sie würden oft massiv bedrängt. Es gebe aber noch andere schutzbedürftige Gruppen: vor allem Frauen und allein reisende Kinder und Jugendliche. "Hier lässt sich das wahre Ausmaß der Gewalt nur schätzen, weil Frauen und Kinder oft aus Angst keine Anzeige erstatten. Da geht es auch um Missbrauch und Vergewaltigung."

Wendt forderte deshalb eine schnelle Abschiebung von gewalttätigen Flüchtlingen. "Bei denjenigen, die hier straffällig werden, Verbrechen begehen, muss der Rechtsstaat mit ganzer Härte durchgreifen."

Auslöser: Suhle und Kassel-Calden

Die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor hat einen anderen Ansatz. Sie plädiert für den Einsatz von Streitschlichtern, um gewaltsame Auseinandersetzungen zu verhindern. Natürlich komme es zu Konflikten, wenn so viele Menschen auf engem Raum zusammenleben müssten, sagte die Expertin am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". Sie wehrte sich aber gegen ihrer Meinung nach übertriebene Darstellungen.

Im Norden von Hessen, in Kassel-Calden, hatte es in einer Flüchtlingsunterkunft am Sonntag eine Massenschlägerei zwischen 70 Pakistanern und 300 Albanern gegeben. Vor knapp sechs Wochen war ein Streit im thüringischen Suhl zwischen Flüchtlingen eskaliert. Die Polizei hat deswegen jetzt 14 Tatverdächtige festgenommen; insgesamt sollen 16 Haftbefehle vollstreckt werden.

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