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Pegida Dresden: Lutz Bachmann schimpft über "Berliner Diktatoren"

Staatsanwaltschaft ermittelt  

Pegida errichtet Galgen für Merkel und Gabriel

13.10.2015, 13:54 Uhr | AFP, dpa

Pegida Dresden: Lutz Bachmann schimpft über "Berliner Diktatoren". Mit eigenwilliger Rechtschreibung: Pegida-Anhänger errichten Galgen für Sigmar Gabriel. (Quelle: Reuters)

Mit eigenwilliger Rechtschreibung: Pegida-Anhänger errichten Galgen für Sigmar Gabriel. (Quelle: Reuters)

Die islam- und fremdenfeindliche Pegida hat in Dresden erneut Tausende Anhänger mobilisiert. Dabei werden die Demonstranten immer radikaler. Der Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann bezeichnete die Bundesregierung als "unsere Berliner Diktatoren".

Besonders brisant: Ein Pegida-Anhänger trug einen Galgen mit sich herum, der laut Pappschildern für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihren Vize, Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), reserviert war. Das kann juristische Folgen haben. Die Staatsanwaltschaft werde am Dienstag über die strafrechtliche Relevanz entscheiden, sagte ein Polizeisprecher.

Festerling fordert "Säxit"

Die "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) verzeichnen vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise seit Wochen wieder Zulauf. Für die Jubiläums-Kundgebung am kommenden Montag kündigte Pegida-Chef Lutz Bachmann zahlreiche Gastredner auch aus anderen europäischen Ländern an. Der Bundesregierung warf er vor, mit ihrer Flüchtlingspolitik Europa in einen Bürgerkrieg zu führen. 

Die ehemalige AfD-Politikerin Tatjana Festerling forderte im Rahmen der Demonstration sogar den "Säxit", die Abspaltung Sachsens von der Bundesrepublik und der EU. Bei der Dresdner Oberbürgermeisterwahl hatte Festerling Anfang Juni fast zehn Prozent der Stimmen bekommen. Im zweiten Wahlgang trat sie nicht mehr an.

Gegenprotest formiert sich wieder

Erstmals seit längerem regte sich in Dresden wieder nennenswerter Gegenprotest. Etwa 250 Demonstranten stellten sich den Pegida-Anhängern entgegen. Die Polizei hielt die Lager auf Distanz, als der Pegida-Zug nur wenige Meter entfernt vorbeizog.

Beide Seiten beschimpften sich. Pegida-Gegner protestierten mit Pfiffen und Trillerpfeifen gegen Fremdenhass und für Weltoffenheit. Ein Pegida-Demonstrant, der mit einem Polizeibeamten aneinandergeraten war, wurde wegen Widerstands angezeigt. Ein Journalist wurde nach eigenen Angaben aus dem Demonstrationszug heraus bespuckt.

In Leipzig und Chemnitz gingen ebenfalls Anhänger der örtlichen Pegida-Ableger auf die Straße. Nach Angaben der Polizei gingen jeweils etwa 400 Menschen auf die Straße. Nennenswerte Zwischenfälle gab es nicht.

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