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Nach Pegida-Rede: Bertelsmann sagt sich von Pirincci los

Nach den Nazi-Sprüchen  

Bertelsmann-Verlag sagt sich von Autor Pirinçci los

20.10.2015, 17:12 Uhr | t-online.de mit Material von dpa, AFP

Nach Pegida-Rede: Bertelsmann sagt sich von Pirincci los. Autor Akif Pirinçci bei seinem Pegida-Auftritt. (Quelle: Screenshot)

Autor Akif Pirinçci bei seinem Pegida-Auftritt. (Quelle: Screenshot)

Seine Hetzreden gegen deutsche Politiker und Flüchtlinge bei der Pegida-Veranstaltung am Montag könnten den deutsch-türkischen Autor Akif Pirinçci teuer zu stehen kommen: Nicht nur ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn. Laut "Spiegel Online" haben auch die Verlagstöchter von Bertelsmann ihre Verträge mit dem Autor gekündigt. 

Pirinçci hatte in seiner Rede gesagt: "Es gäbe natürlich andere Alternativen, aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb". Bezogen war das auf deutsche Politiker, die "zunehmend als Gauleiter gegen das eigene Volk" agierten.

"Respekt vor kultureller Vielfalt"

So distanzierte sich am frühen Dienstag die Bertelsmann-Tochter Random House per Twitter von Pirinçcis Aussagen. Die Auslieferung seiner Katzenkrimis wurde gestoppt, sämtliche Verträge gekündigt.

"Der Schutz von Demokratie und Menschenrechten ist für uns ein zentraler Bestandteil unseres verlegerischen Schaffens, ebenso wie der Respekt vor Traditionen und dem Wunsch nach kultureller Vielfalt. Die Aussagen von Akif Pirinçci stehen diesen Werten diametral entgegen", so die Erklärung von Random im Wortlaut.

"Ein widerliches Signal der Schamlosigkeit", mit diesen Worten hatte zuvor das Internationale Auschwitz Komitee die KZ-Bemerkung des Autors verurteilt.

Die Instrumentalisierung des Begriffes "KZ" lasse die Überlebenden deutscher Konzentrationslager, die KZs am eigenen Leib erfahren hätten, fassungslos und verstört zurück, teilte das Komitee am Dienstag in Berlin mit. Dass dies in Deutschland geschehe, sei "jenseits jeden Geschmacks".

Politik muss handeln

Der Vizepräsident des Auschwitz Komitees, Christoph Heubner, forderte die Politik zum Handeln auf. "Bisher sind die Antworten Europas auf rechte Herausforderungen kläglich und desillusionierend."

Das gelte auch besonders für Menschen, die in Europa Schutz und Hilfe suchten. "Wenn aus der deutschen Hilfsbereitschaft nicht sehr schnell eine europäische Lösung wird, wird Europas Selbstbild und seine Bedeutung weiter zerbröseln." Rechtsextremen und populistischen Bewegungen sei dann "Tür und Tor noch weiter geöffnet", erklärte Heubner.

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