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Flüchtlinge in Ostdeutschland: Tausende "verschwinden" einfach

Flüchtlinge in Ostdeutschland  

Tausende ziehen wohl auf eigene Faust weiter

21.12.2015, 14:23 Uhr | AFP

Flüchtlinge in Ostdeutschland: Tausende "verschwinden" einfach. Flüchtlinge in Deutschland: Viele machen sich auf eigene Faust auf den Weg. (Quelle: dpa)

Flüchtlinge in Deutschland: Viele machen sich auf eigene Faust auf den Weg. (Quelle: dpa)

Aus den Erstaufnahme-Einrichtungen in Ostdeutschland "verschwinden" laut einem Zeitungsbericht Tausende Flüchtlinge bereits in den ersten Tagen. Angeblich verlassen bis zu 30 Prozent der auf die neuen Bundesländer verteilten Flüchtlinge die dortigen Einrichtungen in den ersten Tagen nach ihrer Ankunft.

Das ergab eine Umfrage der "Saarbrücker Zeitung" bei den Innenministerien der ostdeutschen Länder. Demnach kamen in diesem Jahr bisher rund 30.300 Flüchtlinge nach Brandenburg, aber nur rund 24.600 sind derzeit dort untergebracht.

"Einfach verschwunden"

Der Rest sei "einfach verschwunden", zitierte das Blatt einen Regierungsvertreter. Vermutet wird demnach, dass die Menschen in die Großstädte, zu Verwandten in anderen deutschen Regionen oder in andere europäische Staaten gehen.

In Thüringen mit 26.900 registrierten Flüchtlingen gab das zuständige Migrationsministerium die Quote der "individuellen Abreisen" dem Bericht zufolge mit 20 bis 30 Prozent an. Genaue Zahlen gebe es wegen der ungenauen Registrierung nicht.

Suche nach Verwandten und Freunden

Nach Sachsen-Anhalt kamen demnach bis Anfang Dezember 36.400 Flüchtlinge, in der Erstaufnahme landeten nur 32.600. In Mecklenburg-Vorpommern beträgt die Quote der Weiterziehenden nach Angaben des Innenministeriums zehn bis 15 Prozent, wie die Zeitung berichtete.

Linken-Parteichefin Katja Kipping zeigte Verständnis: "Es ist nachvollziehbar, dass sich die Geflüchteten zu Verwandten oder Freunden begeben und versuchen, so schnell wie möglich Anschluss und Arbeit zu finden." Nach wochenlanger oft lebensgefährlicher Flucht wollten die Geflüchteten vor allem Sicherheit.

Drinnen Dauerstress, draußen der braune Mob

Durch das "Versagen des Staates" kämen die Flüchtlinge in "völlig überfüllte Notunterkünfte, in denen es keine Rückzugsmöglichkeit gibt, Dauerstress herrscht und - wie in Dutzenden Fällen geschehen - der braune Mob sie vor der Tür mit Hassparolen übersät und mit Anschlägen bedroht".

Flüchtlinge werden in Deutschland nach einem bestimmten Schlüssel auf die Bundesländer verteilt. Grundsätzlich sollen Asylbewerber in der Erstaufnahme bleiben, bis über ihre Anträge entschieden ist.

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