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Terrorexperte zu neuer Warnung: "Gegner ist jetzt viel stärker"

Terrorwarnung ernst zu nehmen?  

"Nur der Gegner ist jetzt viel stärker als früher"

14.01.2016, 17:43 Uhr | Christian Kreutzer, t-online.de

Terrorexperte zu neuer Warnung: "Gegner ist jetzt viel stärker". Fußgängerzone in Köln: am Terror-Horizont nichts Neues. (Quelle: Imago, Peters)

Fußgängerzone in Köln: am Terror-Horizont nichts Neues. (Quelle: Imago, Peters)

"Es gibt keine neue Lage“ - das ist das Fazit von Terrorexperten mit denen t-online.de über die jüngste Warnung aus dem Bundesinnenministerium gesprochen hat. Die "Bild"-Zeitung hatte heute aus dem als vertraulich eingestuften Bericht zitiert. Demnach ist Deutschland "erklärtes und tatsächliches Ziel dschihadistisch motivierter Gewalt".

Diese Gefahr könne sich jederzeit in Form von Gewalttaten gegen staatliche und zivile Einrichtungen sowie Staatsbedienstete und Zivilpersonen konkretisieren, heißt es dort. Täter könnten Einzelne, beispielsweise Rückkehrer, oder autonom agierende Gruppen sein, die ähnlich wie in Paris gleichzeitig Anschläge verübten.

Sicherheitsbehörden recht gut im Bilde 

Guido Steinberg vom Berliner Thinktank "Stiftung Wissenschaft und Politik" (SWP), sagte: "Bis auf kleine Akzentuierungen aufgrund des Tornado-Einsatzes gegen den IS gibt es nichts Neues." 

Er halte es auch für "Quatsch" immer zu sagen, ein Anschlag  in Deutschland sei nur eine Frage der Zeit, so Steinberg. Die Sicherheitsbehörden seien normalerweise recht gut im Bilde über die Aktivitäten von Gefährdern.

"Nur der Gegner ist jetzt viel stärker als früher Al-Kaida", beschreibt Steinberg die Lage. Al-Kaida hatte im Unterschied zum Islamischen Staat kein eigenes Staatsgebiet und war deshalb seinerzeit immer auf "Hit-and-run-Techniken" (zu deutsch: Zuschlagen und abhauen) angewiesen. 

Ähnlich sieht es der Deutsch-Ägypter Asiem El-Difraoui, Experte für dschihadistische Internet-Propaganda: Auch an seiner Front gebe es keine neuen Erkenntnisse – beispielsweise dass vermehrt zu Anschlägen in Deutschland aufgerufen werde. Natürlich werde der IS möglicherweise versuchen, einen Anschlag zu verüben. Das sei aber nicht neu.

Zwei Sorten von Rückkehrern 

Rolf Tophoven, Leiter des Essener "Instituts für Terrorismusforschung und Sicherheitspolitik", wies gegenüber t-online.de darauf hin, Deutschland habe bisher "Glück gehabt – aber nicht nur." In der Terrorabwehr sei den Behörden in den vergangenen Jahren "einiges gelungen". Jetzt sei  ohnehin "Druck auf der Szene". "Da verhalten sie sich ruhig, bis der Druck abnimmt." 

Doch auch Tophoven warnt vor den Rückkehrern aus Syrien: Die meisten davon gehörten in die Kategorie der Kriegs-Traumatisierten. Von denen gehe eher keine Gefahr aus. Ein kleiner Teil aber käme womöglich fanatisiert und mit klarem Auftrag zurück.

Und auch in der Masse der Flüchtlinge könnten sich Gefahren verbergen: "Wer glaubt, dass der IS die Chance, die die Flüchtlingsströme bietet, nicht zu nutzen versucht, ist naiv", ist Tophoven überzeugt. Er fordert bessere Kontrollen und "totale Registrierung".

Was die Behörden allerdings tun sollen, falls Flüchtlinge mit "falschen, echten Pässen" aus Syrien kämen (t-online.de berichtete darüber), weiß Tophoven auch nicht: "Da bin ich echt überfragt." 

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