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Kripo-Chef zu Karneval: "Gehen Sie hin, haben Sie Spaß!"

Kripo-Chef zu Karneval  

"Wer Übergriffe versucht, wird auf die Finger kriegen"

29.01.2016, 15:29 Uhr | Christian Kreutzer, t-online.de

Kripo-Chef zu Karneval: "Gehen Sie hin, haben Sie Spaß!" . Polizeieinsatz vor dem Kölner Dom. (Quelle: imago images)

Polizeieinsatz vor dem Kölner Dom. (Quelle: imago images)

Taschendiebstähle, fiese sexuelle Übergriffe - viele sehen dem Karneval in der kommenden Woche mit Sorgen entgegen. Können sich die Silvester-Ereignisse von Köln und anderen Städten wiederholen? "Nein", erklärt der Braunschweiger Kripo-Chef Ulf Küch im Gespräch mit t-online.de und rät: "Gehen Sie hin, haben Sie Spaß!" 

Küch hat erst in dieser Woche mit seinem neuen Buch "Soko Asyl" Furore gemacht. Darin kommt der erfahrene Polizist und Niedersachsen-Chef der Kripo-Gewerkschaft Bund deutscher Kriminalbeamter (BdK) zu Einsichten, die manch einen überraschen: Flüchtlinge werden nicht öfter straffällig als alle anderen Bürger. 

Auch auf die Silvester-Ereignisse geht Küch ein und kommt - wie auch t-online.de - zu der Erkenntnis: "Die Vorfälle in Köln haben mit der Flüchtlingsfrage und einer davon ausgehenden Kriminalität nichts zu tun." Was aber haben die Karnevalisten zu erwarten?

Laut um Hilfe rufen und auf die Polizeidichte vertrauen 

"Die Polizei ist vorbereitet", sagt Küch. Es könne zu Zwischenfällen kommen, "aber das tut es immer." Auf jeden Fall seien die Kölner Kollegen nach Silvester auf alles gefasst und hätten die Zahl der Einsatzkräfte von vornherein kräftig aufgestockt. "Wer Übergriffe versuchen will, wird schwerstens auf die Finger kriegen", sagt Küch voraus. 

Und wenn eine Frau (oder ein Mann) doch in einen Pulk von Klein-Gangstern gerät? "Laut um Hilfe rufen und davon ausgehen, dass die Polizeidichte so hoch ist, dass schnell Hilfe kommen wird", rät Küch.

Den mittlerweile berühmt-berüchtigten Rat der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, "eine Armlänge Abstand" zu halten, hält er für "Quatsch" - und nimmt "die Dame" gleichzeitig in Schutz: Die sei wohl in dem Moment überfordert gewesen. 

Ulf Küch (Quelle: Riva Verlag )Ulf Küch (Quelle: Riva Verlag )Ulf Küch ist Chef der Braunschweiger Kripo und Vorsitzender des niedersächsischen Arms der Kripo-Gewerkschaft BdK (Bund deutscher Kriminalbeamter). Im Frühjahr 2015 gründete er die "Soko Asyl". In seinem Buch "Soko Asyl - Eine Sonderkommission offenbart überraschende Wahrheiten über Flüchtlingskriminalität", erschienen beim Riva-Verlag, beschreibt der erfahrene Ermittler, warum viele Sorgen bezüglich der Flüchtlinge unberechtigt sind.

"Dann wird eingekesselt" 

Bezüglich Silvester hat Küch auch Forderungen an den Gesetzgeber. Es sei nicht mal so kompliziert, so der Kripo-Mann: Man müsse vor allem die Strafgesetzbuch-Paragrafen 125 (Landfriedensbruch) und 177 (Vergewaltigung) kräftig ausweiten. 

Dann fielen Zusammenrottungen wie die an Silvester vor dem Kölner Dom unter das Versammlungsrecht. Frauen müssten dann nicht mehr einzelne Straftäter anschließend identifizieren, was oft kaum möglich sei. "Dann wird eingekesselt", sagt Küch. Und wer dabei sei, sei auch mit dran. 

Zur sexuellen Belästigung sagt Küch: "Wenn man jetzt einer Frau in den Schritt fasst, ist das nur eine Beleidigung auf sexueller Grundlage - das kann nicht sein." Solche Übergriffe müssten in den Vergewaltigungsparagrafen aufgenommen werden. 

Ein solcher Gesetzesentwurf liegt übrigens bereits seit vergangenem Sommer im Bundesjustizministerium von Heiko Maas - also unabhängig von den Kölner Übergriffen. Demgemäß soll "jede nicht einverständliche sexuell bestimmte Handlung" bestraft werden. 

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