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5000 Flüchtlingskinder werden laut BKA in Deutschland vermisst

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Bundeskriminalamt schlägt Alarm  

Tausende Flüchtlingskinder vermisst

03.02.2016, 15:00 Uhr | t-online.de

5000 Flüchtlingskinder werden laut BKA in Deutschland vermisst. Junger Flüchtling in Griechenland: Immer mehr Kinder und Jugendliche verschwinden spurlos. (Quelle: Reuters)

Junger Flüchtling in Griechenland: Immer mehr Kinder und Jugendliche verschwinden spurlos. (Quelle: Reuters)

In Deutschland sind offenbar fast 5000 unbegleitete Flüchtlingskinder verschwunden. Während die Regierung beteuert, keine Zahlen zu haben, spricht das Bundeskriminalamt eine andere Sprache. Der Kinderschutzbund warnt eindringlich vor Kriminellen.

Wie die "Mitteldeutsche Zeitung" meldet, galten zum Jahresbeginn genau 4749 unbegleitete Flüchtlinge im Kindes- und Jugendalter als vermisst. Die meisten davon sind im Alter zwischen 14 und 17 Jahren. Eine Sprecherin des Bundeskriminalamts sagte der Zeitung, dass die Vermissten zwar oft nach wenigen Tagen wieder auftauchten oder es Mehrfachregistrierungen gäbe, man aber nicht ausschließen könne, ob die Personen Kriminellen in die Hände gefallen seien. Dazu fehlt es den Ermittlern bislang aber an Erkenntnissen.

Zuvor hatte die Regierung abgewiegelt: Man habe keine Hinweise, dass in Deutschland Flüchtlingskinder verschwunden sein könnten, hieß es. Die aus dem Bundeskriminalamt stammende Zahlen seien "in diesem Kontext überaus missverständlich und auch nicht belastbar", sagte ein Sprecher des Familienministeriums nun erneut. "Sie lassen jedenfalls keine Rückschlüsse darauf zu, dass die Kinder und Jugendlichen in die Hände von Schleusern oder anderen Kriminellen geraten sind." 

Seit dem November 2015 werden minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge nach einem neuen System auf die Bundesländer umverteilt. Zuvor wurden die jungen Menschen am Ankunftsort untergebracht. Nun fällt es schwerer, ihre Spuren nachzuvollziehen, da die Registrierung an den jeweiligen Orten oft fehlerhaft verläuft.

EU-Abgeordnete schreiben Brief

Auch die europäische Polizeibehörde Europol ist alarmiert: Europaweit sollen innerhalb der letzten 24 Monate rund 10.000 unbegleitete Flüchtlingskinder nach ihrer Ankunft spurlos verschwunden sein. Im besten Fall kann das zwar heißen, dass sie lediglich ihre Familien suchten und fanden, im schlimmsten Fall dagegen fielen sie Menschenhändlern oder Missbrauch zum Opfer. 

Der Kinderschutzbund warnte, dass besonders junge Menschen sehr leichte Opfer für Kriminelle seien. Kinderschutzbund-Präsident Heinz Hilgers sagte gegenüber der "Frankfurter Rundschau", kinder seien "recht- und schutzlos" und können deshalb besonders gut ausgenutzt werden. Auch Europol will Informationen darüber haben, dass kriminelle Schlepper die Flüchtlinge nach der Überfahrt nach Europa versklaven oder ausbeuten wollen. Die Öffentlichkeit solle deshalb wachsam sein, um Kinder zu entdecken, die eventuell von Kriminellen verschleppt wurden. 

Die Sache beschäftigt nun auch das Europaparlament: Mehrere Abgeordnete unterzeichneten einen Brief an den Rat der Mitgliedsstaaten, in dem sie darauf hinweisen, dass die verschwundenen Jugendlichen Opfer von Banden geworden sein könnten, die über die gesamte EU hinweg agieren.  Die Parlamentarier wollen nun wissen, wie viele unbegleitete Flüchtlinge innerhalb der EU nicht registriert wurden. 

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