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Köln: Flüchtlinge werfen Wachleuten sexuelle Übergriffe vor

Beim Duschen und Stillen fotografiert  

Flüchtlinge werfen Wachmännern sexuelle Belästigung vor

18.02.2016, 17:11 Uhr | dpa

Köln: Flüchtlinge werfen Wachleuten sexuelle Übergriffe vor. Flüchtlinge klagen über schlechte Hygiene in Asylbewerberheimen. (Quelle: dpa)

Flüchtlinge klagen über schlechte Hygiene in Asylbewerberheimen. (Quelle: dpa)

Die Anschuldigungen wiegen schwer: Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma sollen Bewohnerinnen einer Kölner Flüchtlingsunterkunft massiv sexuell belästigt haben. Die Polizei ermittelt. Opfer oder Zeugen fand sie bislang aber nicht.

"Die Vorwürfe sind sehr schwerwiegend", sagte ein Polizeisprecher. "Wir werden weiter ermitteln." Beamte einer eigens gegründeten Ermittlungsgruppe hätten mehr als 50 Bewohnerinnen der Unterkunft befragt. "Darunter war bisher keine Frau, die selbst Opfer eines sexuellen Übergriffs oder Zeugin eines solchen war." Niemand habe bislang eine Anzeige erstattet.

"Offene Briefe" verteilt

Am Mittwoch hatten laut Polizei etwa 50 demonstrierende Bewohner einer Notaufnahmeeinrichtung vor dem Kölner Büro des Bundesamtes für Migration die Zustände in Flüchtlingsunterkünften angeprangert. Währenddessen hätten Unbekannte zwei "offene Briefe" verteilt, auf denen im Namen der Bewohnerinnen schwere Vorwürfe gegen Angehörige des Sicherheitsdienstes erhoben werden.

Demnach soll es mehrfach zu sexuellen Übergriffen gekommen sein. So würden Frauen beim Duschen und Stillen fotografiert und gefilmt, Wachleute würden ihnen auflauern und versuchen, sie zum Geschlechtsverkehr zu überreden.

Auch die Stadt prüft Anschuldigungen

Die Stadt prüft die Anschuldigungen einer Sprecherin zufolge "intensiv". Es sei das erste Mal, dass es derartige Vorwürfe gegenüber Wachleuten in Kölner Flüchtlingsunterkünften gebe. In der betroffenen Unterkunft sind demnach rund 200 Bewohner untergebracht. Die dort zuständige Sicherheitsfirma betreut insgesamt 94 Flüchtlingsunterkünfte in Köln.

Der "Kölner Stadt-Anzeiger" zitierte den Projektmanager der Sicherheitsfirma mit den Worten: "Ich bin entsetzt über die Vorwürfe. Ich bin mir sicher, dass sie völlig haltlos sind."

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