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Flüchtlinge in Clausnitz werden von rechtem Mob beschimpft

Verstörendes Video aus Sachsen  

Fremdenfeindlicher Mob wütet gegen Frauen und Kinder

19.02.2016, 18:49 Uhr | t-online.de

Flüchtlinge in Clausnitz werden von rechtem Mob beschimpft. Verstörende Szenen aus dem Ort Clausnitz: Ein wütender Mob schimpft gegen Frauen und Kinder. (Quelle: Youtube / Screenshot t-online.de)

Verstörende Szenen aus dem Ort Clausnitz: Ein wütender Mob schimpft gegen Frauen und Kinder. (Quelle: Youtube / Screenshot t-online.de)

Menschen, die vor Krieg und Tod flüchten, werden mit Hass empfangen: Ein verstörendes Amateur-Video zeigt Frauen und Kinder, denen bei ihrer Ankunft an einer Asylunterkunft im sächsischen Clausnitz dumpfer nationalistischer Hass entgegen schlägt. Über 90 Minuten mussten sie warten, bis sie den Bus verlassen konnten.

"Wir sind das Volk", grölt ein wartender Mob von rund 100 Personen dem Bus entgegen. Laut, wütend und unmissverständlich. Die Pöbler zeigen auf die Flüchtlinge und machen eindeutig klar: "Wir wollen euch nicht! Ihr gehört nicht hier her!"

Draußen wütet der Mob - Frauen und Kinder weinen

Das Video zeigt aber vor allem die Menschen hinter der Scheibe des Fahrzeugs: Ein kleiner Junge weint offenbar vor Angst, zwei Frauen halten sich ebenfalls den Tränen nah in den Armen. Sie werden vorsichtig hinausgeleitet.

Gegen 19.20 Uhr kam der Bus in dem kleinen Ort im Erzgebirge an, doch erst um 21 Uhr konnten die Menschen die Asylunterkunft betreten. Knapp eineinhalb Stunden blockierte der fremdenfeindliche Mob die Zufahrt - auch mit Hilfe von drei Autos. Erst nach etwa zwei Stunden seien die Wagen entfernt worden. Zu Handgreiflichkeiten sei es nicht gekommen. Die Polizei war mit 30 Beamten im Einsatz.

Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) verurteilte die Proteste scharf. Er betonte, es sei "zutiefst beschämend", wie mit den Menschen umgegangen worden sei. "Anstatt wenigstens den Versuch zu unternehmen, sich in die Situation der Flüchtlinge zu versetzen, blockieren einige Leute mit plumpen Parolen den Weg von schutzsuchenden Männern, Frauen und Kindern", sagte der Minister.

Video stammt von Facebook-Hetzseite

Der Clip, der sich derzeit rasend schnell in den sozialen Netzwerken verbreitet, wurde zuerst in prahlerischer Absicht auf der rechtsgerichteteten Facebookseite "Döbeln wehrt sich - Meine Stimme gegen Überfremdung" veröffentlicht - mit dem Zusatz "Update aus #clausnitz". Mittlerweile wurde das Video dort gelöscht, auch die Hetzseite selbst ist nicht mehr erreichbar.

An der Echtheit des Videos und des Vorfalls gibt es indes keine Zweifel. Die Polizei hat den Vorfall bereits bestätigt. Eine Sprecherin erklärte, man ermittele wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten. Ob weitere Straftaten vorliegen, wird demnach geprüft. Wer die Personen seien, die sich zu diesem Mob zusammengetan hatten, ist noch nicht klar.

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