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Clausnitz: Heimleiter wird "zu seinem Schutz" versetzt

Nach Ausschreitungen von Mob  

Clausnitz bekommt neuen Heimleiter

22.02.2016, 15:55 Uhr | dpa

Clausnitz: Heimleiter wird "zu seinem Schutz" versetzt. Das beschmierte Ortsschild von Clausnitz im Erzgebirge. (Quelle: dpa)

Das beschmierte Ortsschild von Clausnitz im Erzgebirge. (Quelle: dpa)

Die ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Clausnitz ziehen erste personelle Konsequenzen nach sich: Der Leiter des Heims wird versetzt - allerdings mit einer obskuren Begründung.

"Wir haben die Entscheidung zum Schutz seiner Person und durch die bundesweite Diskussion über ihn getroffen", erklärte Landrat Matthias Damm am Montag. Nach Medienberichten gehörte der Leiter der AfD an. Wie der MDR berichtet, ist sein Bruder zudem Mitorganisator der rassistischen Proteste gewesen.

"Das sind keine besorgten Bürger"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die fremdenfeindlichen Vorfälle im sächsischen Clausnitz verurteilt. Was dort geschehen sei, "ist zutiefst beschämend", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert im Namen der Kanzlerin. "Wie kaltherzig, wie feige muss man sein, um sich vor einem Bus mit Flüchtlingen aufzubauen und zu pöbeln und zu grölen, um den darin sitzenden Flüchtlingen, darunter viele Frauen und Kinder, Angst zu machen."

"Wer solche Dinge wie in Clausnitz oder Bautzen macht, tritt die Werte unseres Landes mit Füßen. Das sind keine besorgten Bürger, sondern schlichtweg Verbrecher", erklärte CDU-Generalsekretär Peter Tauber und sagte weiter: "Der stolze Ruf "Wir sind das Volk" gehört den Helden der friedlichen Revolution von 1989 - und nicht diesen menschenverachtenden Hetzern."

Am vergangenen Donnerstag hatte ein grölender Mob von gut 100 Menschen einen Bus mit Flüchtlingen vor der Unterkunft blockiert. Daraufhin war der Ortsteil Clausnitz von Rechenberg-Bienenmühle (Osterzgebirge) bundesweit in die Schlagzeilen geraten.

Der Landrat verurteilt erneut die Art des Protestes: "Eine ablehnende Minderheit vermittelt ein Menschenbild, welches unserer Region überhaupt nicht entspricht." In der Vorwoche waren hier erstmalig Wohnungen mit insgesamt 20 Asylsuchenden belegt worden. Sie stammen aus dem dem Iran, Syrien, Afghanistan und dem Libanon.

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