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Statt Balkanroute: Flüchtlinge kommen über Kreta nach Italien

Immer weniger Flüchtlinge kommen  

Statt Balkanroute führt Weg über Kreta nach Italien

01.06.2016, 15:19 Uhr | dpa, Reuters

Statt Balkanroute: Flüchtlinge kommen über Kreta nach Italien. Immer wieder geraten Flüchtlinge vor Italien in Seenot. (Quelle: Reuters)

Immer wieder geraten Flüchtlinge vor Italien in Seenot. (Quelle: Reuters)

Weil die Balkanroute nicht mehr funktioniert, sind internationale Schleuserbanden auf der Suche nach neuen Wegen, um Flüchtlinge aus der Türkei nach Europa zu bringen. Inzwischen gebe es mehrere Beweise dafür, dass die Migranten über Kreta nach Italien kämen, sagte ein Offizier der griechischen Küstenwache. 

Auch die Behörden beobachten dieses Phänomen genau, gerade auch, weil der Flüchtlingspakt der Türkei mit der EU noch nicht so funktioniert, wie er eigentlich sollte. Alle Flüchtlinge, die aus der Türkei nach Griechenland kommen, müssen wieder in die Türkei zurückgeschickt werden. Doch das gestaltet sich problematisch. Derweil sackt die Zahl der Neuankömmlinge in Deutschland auf einen neuen Tiefstand.

Zwei mutmaßliche Schleuser festgenommen

Auf der neuen Route waren am Vortag 113 Migranten aus verschiedenen Staaten des Nahen Ostens - darunter 33 Kinder - nach einer Havarie eines kleinen Schiffes an einem Strand auf der griechischen Insel Kreta angekommen. Bereits am vergangenen Freitag hatte die griechische Küstenwache 65 Migranten gerettet, deren Boot östlich von Kreta in Seenot geraten war.

Die Menschen gaben den Behörden zufolge an, sie seien in der Türkei gestartet. Schleuser hätten ihnen versprochen, sie nach Italien zu bringen. Zwei Männer wurden als mutmaßliche Schleuser festgenommen. Sie stammten aus Kroatien und Montenegro, teilte die Polizei auf Kreta mit.

Ihre Herkunft zeigt nach Ansicht des Offiziers der Küstenwache, dass internationale Schleuserbanden am Werk sind. Die Schleuserbosse mit Sitz in der Türkei bräuchten erfahrene Seeleute, die die Routen von der Türkei nach Kreta und weiter bis nach Italien gut kennen, hieß es.

Stockende Umsetzung des Flüchtlingspaktes

Ein weiteres Problem der Umsetzung des Flüchtlingspakts zwischen der EU und der Türkei passiert auf den griechischen Inseln. Migranten können nicht im gewünschten Umfang in die Türkei zurückgebracht werden, weil zahlreiche griechische Asylrichter das Nachbarland nicht als sicheres Drittland einstufen. In der Folge erhalten die Antragsteller Asyl in Griechenland. Zudem kommt die Bearbeitung der Asylanträge wegen fehlender Richter und anderen Personals nur mühsam voran.

Der EU-Türkei-Flüchtlingspakt sieht vor, dass alle Flüchtlinge und Migranten, die nach dem 20. März 2016 aus der Türkei zu den griechischen Inseln übergesetzt haben, in die Türkei zurückgeschickt werden können. Zuvor können sie aber einen Asylantrag in Griechenland stellen.

  (Quelle: dpa) (Quelle: dpa)

Immer weniger Neuankömmlinge

Derweil hat die Zahl der nach Deutschland einreisenden Migranten im Mai einen neuen Tiefstand in diesem Jahr erreicht. Bundesweit seien im vergangenen Monat 4470 Flüchtlinge über die Grenze gekommen, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei. Dies waren im Schnitt etwa 144 am Tag. In Bayern seien 3158 neue Flüchtlinge festgestellt worden.

Im April reisten einer Statistik der Bundespolizei zufolge 5485 Migranten ins Land, in etwa ebenso viele wie im März mit rund 5500. Im Februar waren noch 38.570 und im Januar 64.700 Flüchtlinge nach Deutschland gekommen.

Die Zahlen der Bundespolizei beruhen auf Kontrollen im Grenzgebiet. Die stark gesunkenen Zahlen werden vor allem auf die weitgehende Abriegelung der Balkanroute zurückgeführt.  

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