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Angela Merkel würde die Grenze für Flüchtlinge wieder öffnen

Kanzlerin bereut Entscheidung nicht  

Merkel würde Grenze für Flüchtlinge wieder öffnen

01.06.2016, 14:29 Uhr | AFP, t-online.de

Angela Merkel würde die Grenze für Flüchtlinge wieder öffnen. Selfies mit Flüchtlingen: Für ihren Kurs in der Asylpolitik musste die Angela Merkel schon viel herbe Kritik einstecken.Selfies mit Flüchtlingen: Für ihren Kurs in der Asylpolitik musste Angela Merkel schon viel herbe Kritik einstecken. (Quelle: dpa)

Selfies mit Flüchtlingen: Für ihren Kurs in der Asylpolitik musste Angela Merkel schon viel herbe Kritik einstecken. (Quelle: dpa)

Angela Merkels Entscheidung zur Öffnung der Grenzen für in Ungarn gestrandete Flüchtlinge im September 2015 ist unter Deutschlands EU-Partnern ebenso umstritten wie seitens der CSU. Dennoch hält die Bundeskanzlerin ihren Schritt auch weiter für richtig. Im Interview mit der "Bunten" räumte sie aber auch Fehler ein. 

Vor allem CSU-Chef Horst Seehofer hat Merkel für ihre Entscheidung zur Grenzöffnung für die Flüchtlinge in der Vergangenheit mehrfach kritisiert. Nichtsdestotrotz bejahte die CDU-Vorsitzende gegenüber der Zeitschrift die Frage, ob sie aus heutiger Sicht wieder so handeln würde: "Deutschland und Österreich haben in einer humanitären Notlage entschieden, unsere Grenzen nicht zu schließen, sodass diese Menschen zu uns kommen konnten, so wie in den Monaten zuvor schon Hunderttausende andere über Ungarn gekommen waren", sagte Merkel.

"Haben die Augen zu spät geöffnet"

Gleichzeitig räumte sie auch Versäumnisse in der Flüchtlingspolitik ein, und zwar seitens aller EU-Staaten. "Ganz sicher haben wir in Europa zu spät die Augen dafür geöffnet, wie unerträglich die Situation in den Herkunftsländern oder nahe der Heimat geworden war, sodass die Menschen keinen anderen Ausweg mehr sahen, als ihr Schicksal in die Hände von kriminellen Schleppern und Schleusern zu legen", sagte sie.

"Hilft nicht zu glauben, das ginge uns nichts an"

Merkel forderte, künftig viel stärker Fluchtursachen zu bekämpfen. Es müsse gemeinsam mit anderen Staaten versucht werden, friedliche Lösungen für Kriege zu finden, Hunger und Not zu bekämpfen und mehr für den Klimaschutz zu tun. "Es hilft überhaupt nicht zu glauben, das ginge uns alles nichts an: Es geht uns etwas an und wir müssen neue politische Aufgaben annehmen."

An die Bevölkerung in Deutschland gewandt versicherte Merkel in dem Interview, dass Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger wegen der Kosten für die Bewältigung der Flüchtlingskrise keine Leistungskürzungen befürchten müssten: "Alle staatlichen Programme und Hilfen für sie werden selbstverständlich fortgeführt."

Die Kanzlerin äußerte Verständnis dafür, "wenn sich Menschen Sorgen machen, die selbst mit wenig Geld auskommen müssen oder arbeitslos sind". Merkel warb aber auch dafür, auf Flüchtlinge zuzugehen.

"Jedem, der Angst verspürt, empfehle ich, wenn sich dazu irgendwie Gelegenheit bietet, einen Menschen, der zu uns geflohen ist, einfach mal persönlich kennen zu lernen", sagte sie. "Es sind Menschen, die vieles erlebt und erlitten haben und genauso wie wir ihre Sorgen und Hoffnungen haben."

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