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Cem Özdemir und Heiko Maas erhalten Morddrohungen

Morddrohungen gegen Maas und Özdemir  

Hass, Beleidigungen und eine Patrone im Briefkasten

06.06.2016, 18:26 Uhr | dpa, AFP, t-online.de

Cem Özdemir und Heiko Maas erhalten Morddrohungen. Zielscheibe für rechten Hass: Justizminister Heiko Maas. (Quelle: dpa)

Zielscheibe für rechten Hass: Justizminister Heiko Maas. (Quelle: dpa)

Hass, Beleidigungen und Morddrohungen: Bundesjustizminister Heiko Maas ist nach eigenen Angaben unzähligen Attacken aus der rechtsextremistischen Szene ausgesetzt. Auch Grünen-Chef Cem Özdemir wird massiv angegriffen - die Zahl der Todesdrohungen gegen ihn ist so hoch wie noch nie.

Maas erhalte "Morddrohungen mit Ort, Datum, Uhrzeit", sagte er der "Bild am Sonntag." In den Briefkasten seiner Privatwohnung habe jemand "eine Neun-Millimeter-Patrone" geworfen.

Özdemir sagte der "Welt am Sonntag": "Schmähungen und Beleidigungen sind wir durchaus gewohnt, aber so eine hohe Zahl von Todesdrohungen haben wir noch nie erlebt."

"Vor allem Pegida, AfD und NPD"

Beide Politiker engagieren sich stark im Kampf gegen Rechtsextremismus. Darin sehen beide auch die Ursache für die Anfeindungen. Die Angreifer kommen laut Maas aus der rechten Szene: "Vor allem Pegida, AfD, NPD und was es sonst noch in der rechten Ecke gibt. Das ist der Teil der Gesellschaft, der sich auch sonst in Fremdenfeindlichkeit und Rassismus ergießt."

Nach seinem Auftritt bei der DGB-Kundgebung zum 1. Mai in Zwickau, bei dem er als "Volksverräter" beschimpft wurde, gibt es laut Maas ständig den Versuch, seine öffentlichen Auftritten zu behindern: "Seitdem gibt es eine Gruppe von rechten Groupies, die mir nachreist, um meine Veranstaltungen zu stören. Ihr Standardslogan ist 'Hau ab'. Mache ich aber nicht."

Özdemir: "Gibt auch eine türkische Pegida"

Özdemir, der auch auf Grund seiner türkischen Wurzeln und seiner Haltung zum Völkermord an den Armeniern zusätzlich von türkischen Nationalisten angefeindet wird, sagte: "Es gibt leider auch eine türkische Pegida." Rechtsradikalismus sei kein deutsches Privileg. "Das gibt es leider auch in der Türkei und unter Deutschtürken."

Beide Politiker zeigen sich besorgt ob der Entwicklung. Er habe in seiner 20-jährigen politischen Laufbahn nie "so viel Rohheit wie heute" erlebt, sagte Maas. Massiv zugenommen hätten die Attacken, nachdem er Pegida als eine Schande für Deutschland bezeichnet habe. 

Er will sich bei seiner Arbeit davon jedoch nicht beeinflussen lassen. "Vieles, was da kommt, ist einfach so ekelhaft, das kann ich persönlich gar nicht ernst nehmen." Das meiste ignoriere er, "allein schon, weil es einfach zu viel ist". Nach einem Talkshowauftritt "kommen schon mal locker 500 Zuschriften".

Polizeipräsenz vor Özdemirs Wohnung

Özdemir befindet sich nach Aussagen seines Büroleiters in ständigem Austausch mit dem BKA. Die Berliner Polizei hat laut "Welt am Sonntag" ihre Präsenz in der Umgebung von Özdemirs Wohnung seit Donnerstag erhöht.

Maas warnte zudem vor einer allgemeinen Zunahme rechter Gewalt in Deutschland: "Wir haben deutliche Hinweise, dass rechte Gruppen sich auch im Internet besser organisieren. Und das ist gefährlich. Wir sollten das sehr ernst nehmen. Wir müssen alles dafür tun, dass sich nicht noch einmal ein solcher Wahnsinn wie der NSU entwickelt. Das war ein Staatsversagen."

Grafik: So explodiert der Fremdenhass in Deutschland


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