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Ministerium: "Zuwanderer nicht krimineller"

Neue BKA-Zahlen  

Ministerium: "Zuwanderer nicht krimineller"

08.06.2016, 17:18 Uhr | dpa, AFP

Ministerium: "Zuwanderer nicht krimineller". Das BKA hat eine Kriminalitätsstudie über Zuwanderer vorgestellt. (Quelle: imago images/Lueger)

Das BKA hat eine Kriminalitätsstudie über Zuwanderer vorgestellt. (Quelle: Lueger/imago images)

Die Zahl der von Zuwanderern begangenen Straftaten ist Anfang dieses Jahres deutlich zurückgegangen. Die Fallzahlen fielen von Januar bis März um mehr als 18 Prozent. Ein weiteres Fazit des Innenministeriums: Zuwanderer sind nicht krimineller als Deutsche.

Der jüngste Bericht des Bundeskriminalamts (BKA) zu dem Thema bestätigt aus Sicht des Bundesinnenministeriums die Kernaussage einer früheren Erhebung vom Februar in nur 13 der 16 Bundesländer: "Zuwanderer sind nicht krimineller als Deutsche", sagte eine Ministeriumssprecherin in Berlin. "Der weitaus größte Anteil der Zuwanderer beging keine Straftaten", heißt es in dem Bericht. Die Zahlen sollten mehr Transparenz in die Debatte bringen. "Es hilft, die Diskussion zu versachlichen."

Dem BKA-Bericht zufolge begingen oder versuchten Zuwanderer im ersten Quartal dieses Jahres bundesweit rund 69.000 Straftaten. Alleine 29,2 Prozent davon waren Diebstahlsdelikte, gefolgt von Vermögens- und Fälschungsdelikten (28,3 Prozent). Zu letzteren gehören zum Beispiel Betrug, Veruntreuung, Unterschlagung, Urkundenfälschung sowie das Erschleichen von Leistungen, wie zum Beispiel Schwarzfahren.

Kaum sexuelle Übergriffe oder Mord

Körperverletzungen und Straftaten gegen die persönliche Freiheit machten 23 Prozent der Delikte aus. Eine Straftat gegen die persönliche Freiheit kann etwa Nötigung, Bedrohung oder auch erpresserischer Menschenraub sein.

Die Ministeriumssprecherin sagte, es gebe in der aktuellen Statistik kaum sexuelle Übergriffe oder Mord- und Totschlagsdelikte, die von Zuwanderern begangen worden seien.

Nordafrikaner überproportional auffällig

Gemessen an ihrem jeweiligen Anteil an der Zahl aller Zuwanderer waren Marokkaner, Algerier, Georgier, Serben und Tunesier insgesamt überproportional häufig unter den Tatverdächtigen.

Syrer, Afghanen und Iraker wiesen zwar hohe absolute Zahlen auf, fanden sich aber anteilig unterdurchschnittlich häufig unter Tätern oder Verdächtigen.

Unter Staatsangehörigen aus der Balkan-Region sowie aus Georgien waren dem BKA zufolge überwiegend Tatverdächtige von Diebstählen sowie Vermögens- und Fälschungsdelikten. Bei Verdächtigen aus Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Syrien und Somalia ging es vor allem um Vermögens- und Fälschungsdelikte, Körperverletzungen sowie Straftaten gegen die persönliche Freiheit.

Tatort häufig Erstaufnahme

Unter Straftaten von Zuwanderern gegen Zuwanderer dominierten in den ersten drei Monaten dieses Jahres Körperverletzungsdelikte. Bei Straftaten gegen das Leben hatten in knapp der Hälfte der Fälle Opfer und Täter die gleiche Nationalität. Mehr als 50 Prozent dieser Fälle geschahen in einer Erstaufnahme oder einer anderen Sammelunterkunft. Es gebe ein "steigendes Straftatenaufkommen" unter anderem aus ethnisch-kulturellen oder religiösen Motiven heraus.

Nach oben geht nach wie vor die Zahl der Hinweise auf mutmaßliche aktive oder ehemalige Kämpfer oder Sympathisanten terroristischer Organisationen im Ausland, die sich in Deutschland aufhalten sollen. Auf hohem Niveau bleiben nach BKA-Angaben auch Straftaten gegen schon bewohnte oder im Bau befindliche Flüchtlingsunterkünfte. Im ersten Quartal 2016 waren es demnach 345 Fälle nach 472 im vierten Quartal vergangenen Jahres sowie 325 Fällen im dritten Quartal 2015.

Zahlen "im Großen und Ganzen erfreulich"

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums hob hervor, dass sich die Zahlen "im Großen und Ganzen erfreulich" entwickelten. Die politisch motivierten Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte seien aber weiter auf einem "viel zu hohem Niveau".

Die Zahlen zur Kriminalität im Zusammenhang mit Zuwanderung nach Deutschland sollen laut Ministerium alle drei Monate vorgelegt werden. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) habe das BKA gebeten, einen besonderes Augenmerk auf die Kriminalität von, unter und gegen Zuwanderer zu richten, sagte der Ministeriumssprecher.

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