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Pazar in der Türkei entzieht Cem Özdemir die Ehrenbürgerschaft

Hetz-Kampagne geht weiter  

Türkische Stadt entzieht Özdemir die Ehrenbürgerschaft

10.06.2016, 18:46 Uhr | t-online.de , moe

Pazar in der Türkei entzieht Cem Özdemir die Ehrenbürgerschaft. Grünen-Chef Cem Özdemir. (Quelle: imago images/stock&people)

Grünen-Chef Cem Özdemir. (Quelle: stock&people/imago images)

In der Türkei hat man sich offenbar auf den Bundestagsabgeordneten Cem Özdemir eingeschossen. Nach den scharfen Attacken des türkischen Präsidenten Erdogan will nun die türkische Ortschaft Pazar dem Grünen-Chef die Ehrenbürgerschaft entziehen. An seine Stelle soll eine CDU-Frau treten. Sie hatte gegen die Armenien-Resolution gestimmt.

Die Attacken gegen Özdemir waren nach der Resolution scharf, oft rassistisch und vor allem zahlreich. Recep Tayyip Erdogan hatte ihn zuletzt als "charakterlos" bezeichnet und ihm vorgeworfen, "verdorbenes Blut" zu haben. Von türkischen Nationalisten bekam Özdemir nach eigenen Angaben sogar Todesdrohungen, seine Wohnung wird bewacht. Der Abgeordnete war einer der treibenden Initiatoren der Resolution.

Jetzt steigt auch der Stadtrat von Pazar in die Hetz-Kampagne ein. Er hatte sich laut "tagesschau.de" am Donnerstag zu einer Sondersitzung getroffen. Einziger Tagespunkt: die Aberkennung der Ehrenbürgerschaft von Cem Özdemir. Pazar ist die Heimatstadt von Özdemirs Vater. 

Bürgermeister: "Leute schämen sich für Özdemir"

Der Bürgermeister von Pazar, Serafettin Pervanlar, erklärte nach Angaben des regierungstreuen Internetportals "sabahdeutsch.de" ganz in Erdogans Sinne: "Wir erkennen die Entscheidung des deutschen Parlaments über die Resolution nicht an. Die Entscheidung hat international keinerlei Wert und ist völlig willkürlich."

Pervanlar sagte zudem, die Menschen schämten sich für alle türkischstämmigen Abgeordneten, die für diese Resolution gestimmt hätten. "Einer von ihnen ist Cem Özdemir.“

CDU-Abgeordnete soll Ehrenbürgerin werden

Und um Özdemir mal so richtig eins auszuwischen, soll im selben Atemzug die CDU-Abgeordnete Bettina Kudla Ehrenbürgerin von Pazar werden. Sie hatte letzte Woche als einzige Parlamentarierin gegen die Armenien-Resolution gestimmt. 

Doch Özdemir lässt sich nicht provozieren und zeigt sich bei Twitter wenig beeindruckt: 

Der Bundestag hatte vergangene Woche eine Resolution verabschiedet, in der die Abgeordneten die Massaker an rund 1,5 Millionen Armeniern und Angehörigen anderer christlicher Minderheiten vor gut 100 Jahren im Osmanischen Reich erstmals offiziell als Völkermord einstuften. Bei der türkischen Regierung, die die Einstufung als Genozid vehement ablehnt, stieß die Resolution auf Empörung und scharfe Kritik.

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