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Brexit-Folgen: Deutsche fürchten Aufschwung von Rechtsextremismus

Nach Brexit-Beschluss  

Deutsche fürchten Aufschwung rechter Parteien

29.06.2016, 13:02 Uhr | t-online.de

Brexit-Folgen: Deutsche fürchten Aufschwung von Rechtsextremismus. Frauke Petry, Geert Wilders, Marine Le Pen: Viele Deutsche erwarten, dass rechte Parteien nach dem Brexit-Votum der Briten weiter gewinnen. (Quelle: dpa/imago/Christian Ditsch/PanoramiC)

Frauke Petry, Geert Wilders, Marine Le Pen: Viele Deutsche erwarten, dass rechte Parteien nach dem Brexit-Votum der Briten weiter gewinnen. (Quelle: dpa/imago/Christian Ditsch/PanoramiC)

Wie wird der drohende Brexit Europa und Deutschland verändern? Das hat das Forsa-Institut im Auftrag des "Stern"-Magazins ermittelt. Vor allem eine Sorge treibt die Deutschen um: Fast zwei Drittel der Befragten fürchten ein Erstarken rechter Parteien in Europa.

Daneben rechnen 45 Prozent mit Preiserhöhungen und 40 Prozent mit dem Verlust von Arbeitsplätzen. Nur 28 Prozent der Befragten sehen das friedliche Zusammenleben in Europa gefährdet.

Vertrauen in das deutsch-britische Verhältnis 

Dass sich nach der Brexit-Entscheidung das Verhältnis zwischen Deutschland und Großbritannien verschlechtern wird, glauben nur 38 Prozent der Befragten, darunter allerdings 61 Prozent der 18- bis 29-Jährigen. Eine Mehrheit von 59 Prozent erwartet jedoch keine Abkühlung des deutsch-britischen Verhältnisses.

Etwas mehr als die Hälfte der Bundesbürger (52 Prozent) ist der Auffassung, dass die Brexit-Entscheidung der Briten sich in erster Linie gegen die EU gerichtet hat. 42 Prozent dagegen meinen, dass sie vor allem ein Ausdruck des Misstrauen gegen die politischen Eliten im eigenen Land war.

Für die Erhebung befragte das Forsa-Institut am 24. Juni 1005 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger.

Brexit-Beschluss: ein "Krisensignal"

Wie aus einer weiteren Forsa-Umfrage hervorgeht, könnte der Brexit-Beschluss der Briten sich auch in Deutschland auf die Popularität der Parteien auswirken: In der Woche des Referendum konnten lediglich die Regierungsparteien CDU/CSU und SPD im Stern-RTL-Wahltrend zulegen - die Union um einen Prozentpunkt auf 34 Prozent und die SPD ebenfalls um einen Punkt auf 22 Prozent.

Forsa-Chef Manfred Güllner deutet das so: "Weil dieses Referendum als europäisches Krisensignal wahrgenommen wurde, will man jetzt Verlässlichkeit und Stabilität, und die glaubt man eher in der Großen Koalition zu finden als in der Opposition." 

AfD kann offenbar nicht vom Brexit profitieren

Während die Grünen im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt einbüßen und auf zwölf Prozent fallen, verharrt die Linke bei neun und die FDP bei sechs Prozent.

"Da die Europafreundlichkeit der Bundesbürger weiterhin ungebrochen bleibt, kann auch die AfD vom Brexit nicht profitieren", sagte Güllner. Die umstrittene Partei verliert sogar einen Punkt und kommt auf nun zehn Prozent.

Allerdings stand das Ergebnis der britischen Volksabstimmung nur für einen Teil der Befragung schon fest: Für den repräsentativen Wahltrend sprach Forsa vom 20. bis 24. Juni mit 2501 Bundesbürgern.

Bei der Brexit-Abstimmung hatten 51,9 Prozent der Wähler für einen Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU gestimmt. (Quelle: dpa) (Quelle: dpa)

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