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DLRG alarmiert: Immer mehr Menschen ertrinken beim Baden

DLRG ist alarmiert  

Immer mehr Menschen ertrinken beim Baden

08.09.2016, 12:57 Uhr | dpa

DLRG alarmiert: Immer mehr Menschen ertrinken beim Baden. Einsatzkräfte von Feuerwehr und DLRG suchen am Ende August 2016 im Silbersee II in Haltern am See (Nordrhein-Westfalen) nach einer vermissten Person. (Quelle: dpa)

Einsatzkräfte von Feuerwehr und DLRG suchen am Ende August 2016 im Silbersee II in Haltern am See (Nordrhein-Westfalen) nach einer vermissten Person. (Quelle: dpa)

Die Zahl der Badetoten steigt: 425 Menschen sind seit Jahresbeginn in deutschen Gewässern ertrunken. Und es könnten noch einmal deutlich mehr werden.

Das sind 46 mehr als in den ersten acht Monaten 2015 und die höchste Zahl an Badetoten in diesem Zeitraum seit acht Jahren, teilte die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) mit.

Die Unfälle passierten meist in unbewachten Binnengewässern: Hier ertranken 349 Menschen. Demgegenüber sind die Küsten von Nord- und Ostsee laut DLRG relativ sicher, weil die Badestellen von Mitte Mai bis Mitte September von Rettungsschwimmern bewacht werden. Im Meer starben bis Ende August 17 Menschen.

Gesamtzahl wird wohl noch steigen

Weil aktuell vielerorts wieder bestes Badewetter herrscht, rechnet die DLRG für das gesamte Jahr 2016 allerdings mit einem noch deutlicheren Anstieg der Todesfälle.

Erstmals seit Jahren kamen wieder mehr Vorschulkinder ums Leben. In dieser Altersgruppe starben 15 Jungen und Mädchen, sechs mehr als im Vorjahr. Bei den Grundschulkindern stieg die Zahl der Opfer um 4 auf 12. In der Gruppe der 11- bis 14-Jährigen ertranken neun Jugendliche mehr als im Vorjahreszeitraum. DLRG-Präsident Hans-Hubert Hatje kritisierte: "Diese Zahlen sind das Ergebnis der Bäderschließungen und damit verbundenen Ausfällen von Schwimmunterricht an den Schulen."

Flüchtlinge besonders gefährdet

Als besondere Risikogruppe sehen die Lebensretter Flüchtlinge. Seit Januar ertranken 56 Asylsuchende, mehr als doppelt so viele wie im gesamten Jahr 2015. Die DLRG habe bereits reagiert, so Hatje: "In diesem Sommer haben wir kurzfristig Baderegeln als Piktogramme erstellt und den Kommunen wie Städten kostenlos zur Verfügung gestellt."

Vermutlich, weil die Monate Juni bis August diesmal nicht so heiß waren wie 2015, sank in dieser Zeit die Zahl der Todesfälle im Vergleich zum vorigen Sommer. "Der durchwachsene August hat verhindert, dass noch mehr Menschen ertranken", sagte Hatje.

Private Pools am sichersten

Die Zahl der tödlichen Unfälle in Schwimmbädern stieg um sieben auf nun 17 Fälle. In Hafenbecken, Gräben und sonstigen Orten kamen 42 Menschen ums Leben. In privaten Swimmingpools gab es laut DLRG keine Todesfälle.

Bei der Geschlechterverteilung zeigte sich ein bekanntes Bild: 76 Prozent der Opfer waren männlich. Bei ihnen seien häufig Selbstüberschätzung, Leichtsinn und oft auch Alkohol die Gründe für das Ertrinken, hieß es.

 

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