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Flüchtling aus Syrien wird CDU-Mitglied: "Ich bewundere Angela Merkel"

"Ich bewundere Merkel"  

Geflüchteter Syrer wird CDU-Mitglied

14.09.2016, 09:44 Uhr | von Christian Raatz, dpa

Flüchtling aus Syrien wird CDU-Mitglied: "Ich bewundere Angela Merkel" . Christ und Fan der Bundeskanzlerin: Imad Kharma aus Syrien. (Quelle: dpa)

Christ und Fan der Bundeskanzlerin: Imad Kharma aus Syrien. (Quelle: dpa)

Imad Kharma ist aus Syrien geflüchtet, überzeugter Christ und Fan von Angela Merkel. Deswegen trat er nun der CDU Sachsen bei. "Ich bewundere sie (Merkel) und ihre Politik, sie hat viel für uns getan", sagt der 41-Jährige.

Viele kritisierten die CDU für ihre Flüchtlingspolitik. Doch er ist überzeugt: "Sie hat uns unterstützt und nun wollen wir mit ihr arbeiten."  

"Wir können uns hier integrieren"

Er sei stolz, in der Partei Mitglied zu sein und hoffe, dass mehr Flüchtlinge seinem Beispiel folgten. "Wir brauchen nur Zeit, dann können wir uns hier integrieren und arbeiten. Und vielleicht können wir gemeinsam die Wirtschaft weiter voranbringen". 

Der Fall sorgt für Aufsehen. Bisher sei - zumindest in Sachsen - so etwas noch nicht vorgekommen, erklärt Sachsens CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer - und spricht von einem "besonderen Fall." Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung berichtet. 

Aus Homs geflohen 

Seit 2014 lebt Kharma in Deutschland. Er erzählt von seinem Dorf in der Nähe von Homs, wo islamistische Extremisten einfielen und 54 christlich-aramäische Bewohner ermordeten. "Das war eine Katastrophe."

Er flüchtete mit seiner Frau und den beiden Töchtern, kam im Februar 2014 nach Meißen, lebt nun in Großenhain. Der Ort liegt etwa eine Autostunde von Heidenau entfernt, wo Merkel vor einem Jahr noch auf übelste Weise beleidigt und als "Volksverräterin" geschmäht worden war. 

"Deutschland war immer mein Traum " 

Kharma betont, sein christlicher Glaube sei auch ein Grund, warum er der Partei beigetreten ist. "Deutschland war immer mein Traum." Schon während seines Bauingenieur-Studiums in Syrien schwärmte er für die deutschen Universitäten.

Nun wünscht er sich, dass seine beiden Töchter später einmal in Deutschland studieren und arbeiten können. "Wir möchten bleiben." Seit vergangener Woche hat der 41-Jährige einen Job bei einem Meißner Unternehmen für Kraftanlagen, auch seine Frau hat Arbeit gefunden.

Als Gast bei der CDU 

Seit dem 5. September ist Kharma Mitglied im CDU-Ortsverband Großenhain (Landkreis Meißen). Weil er kein EU-Bürger ist, zunächst als Gast. Er kann sich an Veranstaltungen und Diskussionen beteiligen, hat aber kein Stimmrecht, erklärt Vorsitzender Johannes Fiolka.

Nach einem Jahr kann der Familienvater dann vollwertiges Mitglied werden. Fiolka spricht von einer Bereicherung - und freut sich über den frischen Wind, den Kharma mitbringt. "Wir können viel von ihm lernen." 

Keine Vorbehalte bei der Partei 

Wer Mitglied in der Partei werden kann, ist über das Statut der CDU geregelt. Demnach können Nicht-EU-Bürger als Gast mitarbeiten. Dafür müssen Bewerber in der Regel mindestens ein Jahr ihren Wohnsitz in Deutschland haben.

Vorbehalte unter den rund 90 Mitgliedern wegen der Aufnahme habe es nicht gegeben. "Wir sind froh über jedes neue Mitglied, egal von welcher Nation", sagt Fiolka. In der Tat verzeichnet die CDU wie viele etablierte Parteien einen Mitgliederschwund. Gab es zum 31. August 2016 sachsenweit 11.022 CDU-Mitglieder, waren es ein Jahr zuvor noch 11.579 - gut 500 mehr.

"Möchte mich bei allen Deutschen bedanken" 

Der Ortsverband Großenhain ist nicht unbekannt: Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière ist hier Mitglied und hat sein Bürgerbüro in der Stadt. Vielleicht läuft Kharma ihm über den Weg. Vor allem aber träumt der Syrer davon, Angela Merkel einmal persönlich zu treffen. "Ich möchte mich gern bei ihr bedanken. Und nicht nur bei ihr, sondern bei allen Deutschen."

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