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Umfrage: Mehrheit in Deutschland findet "Deutschsein" toll

In der Region oder Welt zu Hause  

Mehrheit der Deutschen findet "Deutschsein" toll

16.09.2016, 14:09 Uhr | dpa

Umfrage: Mehrheit in Deutschland findet "Deutschsein" toll. Die Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2006 hat nicht nur das Bild der Welt von Deutschland verändert, sondern auch die Sicht der Deutschen auf ihr Land. (Quelle: dpa)

Die Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2006 hat nicht nur das Bild der Welt von Deutschland verändert, sondern auch die Sicht der Deutschen auf ihr Land. (Quelle: dpa)

Eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland findet "Deutschsein" positiv. Das ist eine der Erkenntnisse einer YouGov-Umfrage. "Deutschsein" kann demnach gleichzeitig bedeuten, sich als Weltbürger, Europäer oder Bayer zu fühlen - und nicht in erster Linie als Deutscher. 

Die repräsentative Umfrage des international tätigen Marktforschunsinstituts zeigt, dass die Erwachsenen in Deutschland recht genau wissen, wie sie das Deutschsein finden. Und auch, was ihre Identität ausmacht, und wo sie sich am stärksten zugehörig fühlen:

- Eine große Mehrheit von 61 Prozent verbindet mit "Deutschsein" etwas Positives (31 Prozent "sehr positiv", 30 "eher positiv").

- 31 Prozent sagen, "Ich bin Deutscher" beschreibe am besten ihre gefühlte Identität. 13 Prozent fühlen sich am stärksten ihrer Region verbunden, zwölf Prozent einer Stadt, elf Prozent dem Bundesland. Jeweils zehn Prozent sehen sich in erster Linie als Europäer oder Weltbürger.

- Die größte Identifikation mit einem Bundesland gibt es in Bayern: Dort sagen 25 Prozent, sie fühlten sich vor allem als "Bayer". Vorrangig als Deutsche fühlen sich dort nur 17 Prozent.

- Eine überwältigende Identifikation mit dem Bundesland/der Stadt/der Region statt der Bundesrepublik gibt es auch in Hamburg (zusammen 44 Prozent, die sich der Stadt/Region oder Bundesland zugehörig fühlen, gegen 23 Prozent für Deutschland). In Baden-Württemberg identifizieren sich auffällig viele Leute (32 Prozent) stärker mit der jeweiligen Region als mit der Nation (23 Prozent).

- das Lieblingsland der Deutschen innerhalb der EU ist übrigens auch Deutschland (47 Prozent). Auf Platz Zwei folgt mit riesigem Abstand Italien (sieben Prozent). Dahinter folgt Spanien (sechs Prozent).

Die Meinungsforscher wollten zudem wissen, wie es die Deutschen mit den Nachbarn halten:

- Lieblingsnachbarland der Menschen in Deutschland ist das ebenfalls deutschsprachige Österreich, gefolgt von den Niederlanden.

- Die gefühlte Nähe zu den Nachbarländern hängt aber stark von der geografischen Nähe ab: So sind zum Beispiel den Leuten im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen die Niederlande emotional wesentlich näher als die Alpenrepublik Österreich.

Klare Vorstellungen von Identität

Dass sich bundesweit nur etwa ein Drittel in erster Linie als "Deutscher" fühlt, könnte manch einen überraschen. Interessant ist dabei auch, dass kaum jemand eine uneindeutige Angabe macht.

Verständlich wäre es ja durchaus, wenn man sich mal mehr als dies und ein anderes Mal mehr als das fühlen würde - und deshalb lieber "Weiß nicht" sagt. Doch diese Unsicherheit scheint es zwischen Aachen im Westen und Görlitz im Osten, zwischen dem Allgäu im Süden und Sylt im hohen Norden kaum zu geben.

Was die Menschen mit "Deutschsein" genau verbinden, das herauszufinden wäre wohl ein eigenes, größeres Projekt. Mit Sicherheit auch spannend - angesichts von Wahlerfolgen von Rechtspopulisten, die oft sagen, was alles nicht zu Deutschland gehören soll.

So bleibt offen, was Menschen im Kopf haben, wenn sie an Deutschland denken: an die multikulturelle Fußballnationalmannschaft vielleicht, an die Bundesliga, die Bier- und Brotvielfalt hierzulande, Autobahnen ohne Tempolimit, das "Tatort"-Gucken am Sonntag. Oder an Künstler wie Goethe, Schiller und Beethoven oder aber an bestimmte Landschaften.

Auch dichte Fenster sind Deutschland

Dass man an Deutschland vieles mögen kann, zeigt ein Zitat von Angela Merkel aus einem "Bild"-Interview. Es stammt aus dem Jahr 2004 als sie noch nicht Bundeskanzlerin war. "Ich denke an dichte Fenster! Kein anderes Land kann so dichte und so schöne Fenster bauen. Ich denke auch an bodenständige und herzhafte Küche. Ich denke an Laubbäume, an Buchen und Eichen. Ich denke an bestimmte Vögel, zum Beispiel Kraniche und Störche."

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