Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland > Gesellschaft >

Studie: Kein höheres Armutsrisiko für Deutsche durch Zuwanderer

Neue Studie belegt  

Kein höheres Armutsrisiko für Deutsche durch Zuwanderer

21.09.2016, 10:51 Uhr | AFP

Studie: Kein höheres Armutsrisiko für Deutsche durch Zuwanderer. Flüchtlinge bei ihrer Ankunft in Berlin. (Quelle: dpa)

Flüchtlinge bei ihrer Ankunft in Berlin. (Quelle: dpa)

Das Armutsrisiko in Deutschland ist laut einer neuen Studie gestiegen - allerdings nur für Menschen mit Migrationshintergrund. Die Armutsquote für Menschen ohne Migrationshintergrund blieb konstant.

Die Quote für die Gesamtbevölkerung stieg zwischen 2014 und 2015 um 0,3 Punkte auf 15,7 Prozent. "Die Armutsquote der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund ist hingegen bei 12,5 Prozent konstant geblieben", erklärte die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung unter Berufung auf noch unveröffentlichte Daten des Statistischen Bundesamts.

"Die Daten widersprechen der Vorstellung, dass die Einwanderung zu einer Verarmung der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund beitragen würde", sagte der Sozialforscher Eric Seils vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Stiftung.

Als armutsgefährdet gelten Menschen in Haushalten, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des bedarfsgewichteten mittleren Einkommens in Deutschland beträgt.

Die Neuzuwanderer aus den vergangenen beiden Jahren tauchten zeitverzögert in der Statistik auf. "Da sie meist ein sehr niedriges Einkommen haben, schlägt sich das nun in der Armutsquote nieder", erklärte Seils.

Extrem hohe Werte bei Flüchtlingen 

Sehr hohe Armutsrisiken weisen nach den Daten jene Bevölkerungsgruppen auf, die neu in die Bundesrepublik gekommen sind, teilte die Stiftung weiter mit. Von jenen, die vor weniger als fünf Jahren eingewandert sind, leben demnach 41,9 Prozent unter der Armutsgrenze, bei denen, die zwischen fünf und zehn Jahren in Deutschland lebten, sinkt die Quote dann auf 32,8 Prozent.

Flüchtlinge aus Herkunftsländern, die im Zuge der jüngsten Einwanderungsbewegung nach Deutschland kamen, weisen den Zahlen zufolge extrem hohe Werte auf. Dies gelte etwa für syrische (78,1 Prozent), irakische (65,0 Prozent), pakistanische (59,3 Prozent) und afghanische (58,1 Prozent) Einwanderer. Ein Vergleich mit vorangegangenen Einwanderergruppen zeigt laut Seils aber, dass das Armutsrisiko mit zunehmender Aufenthaltsdauer sinkt.

Ausreichende Qualifikation nötig 

"Bei der Bewertung der neuen Zahlen ist Augenmaß gefragt", erklärte Seils. Kurzfristig sollte die Einkommensarmut dieser Gruppen nicht dramatisiert werden. Es komme gleichwohl darauf an, die Einwanderer möglichst schnell ausreichend zu qualifizieren, damit sie ihren Unterhalt aus eigener Kraft bestreiten und sich in die Gesellschaft integrieren können.

Dass das in der jüngsten Vergangenheit nicht immer gelungen sei, zeige die Armutsquote unter Migranten, die vor mehr als einem Vierteljahrhundert nach Deutschland gekommen sind: Von ihnen lebt noch immer mehr als ein Fünftel unterhalb der Armutsgrenze.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal