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Tag der Deutschen Einheit: Aggressive Stimmung in Dresden

Gauck und Merkel beschimpft  

Aggressive Stimmung bei Einheitsfeier in Dresden

03.10.2016, 17:58 Uhr | dpa

Tag der Deutschen Einheit: Aggressive Stimmung in Dresden. Pegida-Anhänger vor der Frauenkirche in Dresden. (Quelle: dpa)

Pegida-Anhänger vor der Frauenkirche in Dresden. (Quelle: dpa)

Trillerpfeifen-Konzert und aggressive Stimmung: Mehrere hundert Menschen haben die geladenen Politiker beim Empfang zur zentralen Einheitsfeier in Dresden lautstark beschimpft.

Die Demonstranten, vor allem Anhänger des rechtsradikalen Pegida-Bündnisses, riefen vor dem weiträumig abgesperrten Verkehrsmuseum "Volksverräter", "Haut ab" und "Merkel muss weg". Auch Trillerpfeifen ertönten. Unter den Gästen waren Bundespräsident Joachim Gauck, Bundestagspräsident Norbert Lammert und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Zu den Demonstranten gehörte auch der Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann. Augenzeugen sprachen von einem Spießrutenlauf für die Gäste und Politiker, die auf dem Weg zu den Feierlichkeiten waren. Die Frau des sächsischen Wirtschaftsministers Martin Dulig brach in Tränen aus, als sie durch die aufgebrachte Menge ging. Ein dunkelhäutiger Mann, der zum Gottesdienst wollte, wurde mit "Abschieben"-Rufen empfangen.

Beschimpfungen auch nach Kirchenbesuch 

Die Feiern finden unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Mit rund 2600 Beamten sichert die Polizei die Veranstaltungen ab. "Um Zugang der Ehrengäste zu den Protokollveranstaltungen am Neumarkt zu gewährleisten, mussten Personen zurückgedrängt werden", teilte die Polizei mit.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) in seiner Funktion als Bundesratspräsident empfing die hochrangigen Gäste am Morgen vor dem Verkehrsmuseum mitten in der historischen Altstadt, wo sie sich in das Goldene Buch der Stadt eintrugen. Anschließend gingen sie in die Frauenkirche zu einem Gottesdienst. Als Merkel und Gauck die Kirche danach verließen, wurden sie erneut von Pegida-Demonstranten beschimpft.

Merkel forderte gegenseitigen Respekt und Dialogbereitschaft. 26 Jahre nach der Wiedervereinigung sei der Tag der Einheit für die allermeisten Deutschen nach wie vor ein Tag der Freude und Dankbarkeit, sagte die Kanzlerin vor dem zentralen Festakt. Es gebe aber auch neue Probleme. "Und ich persönlich wünsche mir, dass wir diese Probleme gemeinsam, in gegenseitigem Respekt, in der Akzeptanz sehr unterschiedlicher politischer Meinungen lösen und dass wir auch gute Lösungen finden."

Tillich rief dazu auf, mit Worten gewisse Grenze nicht zu überschreiten. "Beschämt erleben wir, dass Worte die Lunte legen können für Hass und Gewalt", sagte er beim Festakt. "Das ist menschenverachtend und zutiefst unpatriotisch. Dem stellen wir uns alle entgegen." Anschließend ergänzte er: "Wir alle müssen dafür sorgen, dass die gefährliche Saat, auch die des Populismus, nicht aufgeht."

Lammert fordert mehr Optimismus von den Deutschen

Bundestagspräsident Norbert Lammert hat in der Dresdner Semperoper für ein selbstbewusstes, optimistisches und weltoffenes Deutschland geworben. "Das Paradies auf Erden ist hier nicht. Aber viele Menschen, die es verzweifelt suchen, vermuten es nirgendwo häufiger als in Deutschland", sagte der CDU-Politiker am Montag beim zentralen Festakt mit Blick auf die hunderttausenden Flüchtlinge im Land.

Er monierte, dass die Deutschen das Bild ihres eigenen Landes viel zu negativ zeichneten. "Wir können und dürfen durchaus etwas mehr Selbstbewusstsein und Optimismus zeigen", sagte er. Deutschland könne sich "durchaus eine kleine Dosis Zufriedenheit" erlauben, wenn nicht sogar ein Glücksgefühl." Das heutige Deutschland sei sicher nicht perfekt, aber in besserer Verfassung als je zuvor.

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