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Syrer verhindern Anschlag: Politiker fordern Bundesverdienstkreuz

Syrer verhindern Anschlag  

Politiker fordern Orden für Bezwinger von al-Bakr

12.10.2016, 11:47 Uhr | AFP

Syrer verhindern Anschlag: Politiker fordern Bundesverdienstkreuz. In Leipzig nahm die Polizei einen Terrorverdächtigen fest. Der Hinweis kam von syrischen Flüchtlingen, die ihn bis zur Ankunft der Beamten festsetzten. (Quelle: dpa)

In Leipzig nahm die Polizei einen Terrorverdächtigen fest. Der Hinweis kam von syrischen Flüchtlingen, die ihn bis zur Ankunft der Beamten festsetzten. (Quelle: dpa)

Sie verrieten ihren Landsmann und machten sich den IS zum Feind: Drei Syrer halfen bei der Festnahme des Terrorverdächtigen Dschaber al-Bakr und verhinderten damit sehr wahrscheinlich einen verheerenden Terroranschlag in Deutschland. Nun fordern Politiker, dies mit einer Auszeichnung zu würdigen.

"Die jungen Männer haben das Bundesverdienstkreuz verdient", sagte der SPD-Verteidigungsexperte Johannes Kahrs der "Bild"-Zeitung. "Was sie getan haben, zeugt von tiefem Respekt gegenüber ihren deutschen Gastgebern. Mehr Ankommen, mehr Integration ist kaum vorstellbar. Das ist vorbildlich."

"Starkes Signal"

Auch der CDU-Außenpolitiker Jürgen Klimke hält dem Bericht zufolge eine Auszeichnung der jungen Männer mit dem Bundesverdienstkreuz für angemessen. Eine solche Ehrung sei ein "starkes Signal in beide Richtungen - in die deutsche Bevölkerung und gegenüber anderen Flüchtlingen: Anerkennung, Dank und Mut lohnt sich", sagte Klimke. Er werde sich persönlich dafür einsetzen.

Der 22-jährige Syrer al-Bakr war in der Nacht zum Montag in Leipzig von Landsleuten, bei denen er offenbar übernachten wollte und die in ihm den gesuchten Verdächtigen erkannten, überwältigt und gefesselt worden. Danach informierten die Männer die Polizei, die al-Bakr schließlich festnahm.

Asylanträge rasch prüfen

Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Ansgar Heveling (CDU), forderte, über die Asylanträge der drei Bezwinger al-Bakrs rasch zu entscheiden. "Was die drei gemacht haben, ist eine couragierte und sehr anerkennenswerte Leistung", sagte er der "Berliner Zeitung". "Die Asylanträge sollten rasch, aber normal geprüft werden wie andere Anträge auch. Und sicher wird es auch eine Gelegenheit geben, ihre engagierte Tat angemessen zu würdigen."

Al-Bakr wird verdächtigt, Angriffe auf Züge in Deutschland und auf Flughäfen in Berlin geplant zu haben. Bei der Durchsuchung einer von ihm genutzten Wohnung in Chemnitz wurde hochexplosiver Sprengstoff gefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 22-Jährige Verbindungen zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hatte. Er war im Februar 2015 als Flüchtling in Deutschland registriert worden.

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