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"Spiegel": Al-Bakr beschädigte mit Chemikalien Küche in Hotel-Apartment

Frühe Hinweise ignoriert  

"Spiegel": Al-Bakr beschädigte mit Chemikalien Küche in Hotel-Apartment

21.10.2016, 19:20 Uhr | t-online.de, dpa-AFX

"Spiegel": Al-Bakr beschädigte mit Chemikalien Küche in Hotel-Apartment. Dschaber al-Bakr hätte offenbar schon früher ins Visier der Behörden geraten können. (Quelle: Polizei Sachsen)

Dschaber al-Bakr hätte offenbar schon früher ins Visier der Behörden geraten können. (Quelle: Polizei Sachsen)

Im Fall des mutmaßlichen Terroristen Dschaber al-Bakr ist offenbar eine weitere Gelegenheit ungenutzt geblieben, auf ihn aufmerksam zu werden. Das berichtet der "Spiegel" vorab.

Dem Nachrichtenmagazin zufolge beschädigte al-Bakr Ende August die Küche eines Apartments in einem Leipziger Hotel, als er dort mit Chemikalien experimentierte. Fotos zeigten Rußspuren, braune Flecken wie von Flammen und Spuren am Spülbecken wie von Säureschäden.

Der Besitzer des Hotels habe nach al-Bakrs Verschwinden Anzeige erstattet. Die Polizei habe den Vorfall als Sachbeschädigung gewertet, ohne die Brisanz der Spuren zu erkennen. Der Schaden habe bei 6000 Euro gelegen.

Die Behörden in Sachsen stehen in dem Fall massiv in der Kritik, weil al-Bakr der Polizei entwischen und später in Untersuchungshaft Selbstmord begehen konnte.

Familie al-Bakrs will offenbar klagen

Die Familie al-Bakrs will gegen Beamte der sächsischen Justiz Strafanzeige wegen fahrlässiger Tötung erstatten. Das habe der deutsche Anwalt der Familie bestätigt, berichteten "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR. Man müsse prüfen, ob die Behörden fahrlässig handelten, als sie Al-Bakr in einem gewöhnlichen Haftraum allein ließen und nur alle 30 Minuten nachsahen, obwohl der Inhaftierte bereits die Lampe in seinem Haftraum zerstört und an den Steckdosen manipuliert hatte, sagte der Leipziger Anwalt Alexander Hübner den drei Medien.

Gefängnischef beklagte langjährigen Personalmangel

Wie der "Spiegel" weiter berichtet, gibt es in der betroffenen Justizvollzugsanstalt Leipzig seit vielen Jahren Personalprobleme. Gefängnischef Rolf Jacob habe bereits im Mai bei einer Anhörung im sächsischen Landtag beklagt, dass seit 2001 von 296 Stellen 86 gestrichen worden seien. Jacob sagte demnach, "dass in den letzten zwei, drei Jahren der Auslaugungsprozess zunimmt und es zunehmend schwierig ist, das Personal zu motivieren."

Grüne fordern mehr Justizangestellte

Die sächsischen Grünen fordern deshalb inzwischen deutlich mehr Justizvollzugsbedienstete in den Gefängnissen des Landes. Bei den laufenden Verhandlungen zum Doppelhaushalt 2017/2018 werde ihre Fraktion die Einstellung von zusätzlich 100 Beamten pro Jahr beantragen, sagte die rechtspolitische Sprecherin der Fraktion, Katja Meier.

"Allein um die starken Altersabgänge in den nächsten 15 Jahren auszugleichen, müssen wir jährlich 51 Bedienstete zusätzlich in den Justizvollzug einstellen. Insgesamt gehen in dieser Zeit 771 von den insgesamt 1711 Bediensteten in den Ruhestand." Ein "Weiter so" dürfe es nach dem Tod Al-Bakrs nicht geben, sagte Meier. Mit dem zusätzlichen Personal müssten die Betreuung der Gefangenen ausgebaut und die sogenannte Gefangenen/Personal-Quote verbessert werden.

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