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Alice Weidel angeblich bedroht: AfD-Chefin auf Mallorca statt im "Safehouse"


Weidel nach angeblicher Bedrohung auf Mallorca gesehen

Von t-online, lw

Aktualisiert am 05.10.2023Lesedauer: 4 Min.
Alice Weidel (Archivbild): Die AfD-Chefin hat einen Auftritt abgesagt, weil es Sicherheitsbedenken gegeben haben soll.Vergrößern des BildesAlice Weidel (Archivbild): Die AfD-Chefin hat einen Auftritt abgesagt, weil es Sicherheitsbedenken gegeben haben soll. (Quelle: Eva Manhart/dpa)
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Aus Sicherheitsgründen hat AfD-Chefin Weidel einen Auftritt abgesagt. Nun kommt heraus, wo sie sich stattdessen aufhielt. Ihre Parteikollegen nutzen die Situation derweil für ihren Wahlkampf.

Im Fall eines angeblich geplanten Anschlags auf AfD-Chefin Alice Weidel und ihre Familie gibt es neue Details: Die Polizei des Schweizer Kantons Schwyz hat gegenüber dem Schweizer Radiosender RSF einen Einsatz am 23. September bestätigt – in Einsiedeln, wo Weidel mit ihrer Partnerin Sarah Bossard und ihren zwei Söhnen lebt. Dieser Einsatz habe im Zusammenhang mit der Angelegenheit gestanden.

Die Polizei teilte jedoch nicht mit, was genau vorgefallen ist, und ob es weitere Sicherheitsmaßnahmen für Weidel und ihre Familie in der Schweiz gebe. Zudem gab es keine Informationen darüber, wie die Polizei die aktuelle Bedrohungslage einschätzt.

Weidel ließ Wahlkampfauftritt aus

Am Dienstag, dem Tag der Deutschen Einheit, hatte die AfD-Vorsitzende einen Auftritt bei einer Kundgebung ihrer Partei kurz vor den Landtagswahlen in Bayern aus Sicherheitsgründen abgesagt. "Am vorletzten Wochenende gab es einen sicherheitsrelevanten Vorfall. Frau Weidel und ihre Familie wurden von Sicherheitsbehörden aus ihrer privaten Wohnung an einen sicheren Ort verbracht, da sich Hinweise verdichtet hatten, die auf einen Anschlag auf ihre Familie hindeuteten", sagte ein Sprecher der Politikerin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Aus Vorsichtsgründen habe sie daher auf öffentliche Auftritte verzichtet. Hier lesen Sie mehr dazu.

Das für den Personenschutz von Politikern zuständige Bundeskriminalamt (BKA) teilte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP mit, die Absage von Weidels Teilnahme an der Veranstaltung am Dienstag sei "nicht auf Veranlassung oder Empfehlung des BKA" erfolgt. Darüber hinaus könne die Behörde "zu taktischen Maßnahmen oder Gefährdungsmomenten keine Auskunft geben".

"Muss untergetaucht bleiben bis auf Weiteres"

Auf der Wahlkampfveranstaltung war Weidels Abwesenheit auch auf der Bühne Thema: Ein AfD-Vertreter berichtete laut "Spiegel" von dem Sicherheitsvorfall: Weidel dürfe "nicht aus diesem Safehouse raus, sie muss untergetaucht bleiben bis auf Weiteres". Die AfD-Chefin wandte sich auf der Wahlkampfveranstaltung in einer Videobotschaft an das Publikum: "Ich würde nichts lieber tun, als heute bei euch zu sein, aber ich kann es leider nicht", sagte sie und rief dazu auf, der bayerischen Staatsregierung unter Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei der Wahl am kommenden Sonntag einen Denkzettel zu verpassen.

Der "Spiegel" fand derweil heraus, dass sich Weidel am Tag der Deutschen Einheit auf Mallorca aufhielt – und entgegen der Behauptung des AfD-Vertreters nicht in einem "Safehouse". Auch Weidels Sprecher erklärte auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass diese Behauptung falsch ist.

Der "Spiegel" berichtete am Mittwochabend, Weidel sei am 3. Oktober in einer Ortschaft an der mallorquinischen Ostküste in einem Strandrestaurant gesehen worden, gemeinsam mit ihrer Lebensgefährtin.

Weidels Büro bestätigt Mallorca-Trip

Auf "Spiegel"-Anfrage bestätigte Weidels Büro am Mittwoch den Urlaubsaufenthalt der AfD-Chefin. "Es ist korrekt, Frau Weidel hat sich mit ihrer Familie zum besagten Zeitpunkt auf Mallorca aufgehalten", so Weidels persönlicher Sprecher. Allerdings habe es zuvor tatsächlich einen sicherheitsrelevanten Zwischenfall gegeben – am 23. September, also zehn Tage vor dem abgesagten Wahlkampfauftritt.

Nach dem "doch sehr aufrührenden Ereignis vom 23. September" sei die Familie der Empfehlung gefolgt, "einige Zeit ihrer häuslichen Umgebung fernzubleiben, welche ein mutmaßliches Anschlagsziel war", sagte der Sprecher dem Nachrichtenmagazin. Frau Weidel habe sich "nach den bedrohlichen Eindrücken dafür entschieden, bei ihrer Familie zu sein". Sie habe sich "aus Sicherheitsgründen dagegen entschieden, ihren Aufenthaltsort zu kommunizieren".

Weidel nahm auch an Bundestagssitzung teil

Der Sprecher ließ offen, seit wann und wie lange Weidel noch auf der spanischen Insel verweilt. Außerdem wollte er laut "Spiegel" nicht beantworten, wie der Mallorca-Urlaub inklusive Besuch eines öffentlichen Strandrestaurants mit der angeblichen Bedrohungslage gegen Weidels Person und den damit verbundenen Sicherheitsmaßnahmen vereinbar ist.

Wenige Tage nach dem Sicherheitsvorfall – und vor dem Tag der Deutschen Einheit – soll Weidel aber auch schon wieder an einer Bundestagssitzung teilgenommen haben. Im Plenarprotokoll vom 29. September sind demnach mehrere Zwischenrufe der AfD-Vorsitzenden vermerkt.

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Weidels Abwesenheit als Wahlkampfthema

Die AfD hatte Weidel als Hauptrednerin zum Tag der Deutschen Einheit in Mödlareuth geladen – einem Ort, der sowohl in Bayern als auch in Thüringen liegt und durch den früher die innerdeutsche Grenze verlief. Der Termin sollte der Höhepunkt des AfD-Wahlkampfes in Bayern sein.

Die rechte Partei nutzte die Geschehnisse um Weidel in Mödlareuth auch für den Wahlkampf. "Eine Spitzenpolitikerin in Deutschland muss untertauchen, da sie und ihre Familie in Gefahr ist. So ist das 2023", sagte ein AfD-Vertreter auf der Veranstaltung laut "Spiegel".

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Norbert Kleinwächter sprach vor Ort sowohl in seiner Rede als auch in dem später verbreiteten Video davon, die AfD-Vorsitzende sei von der Polizei in ein "Safehouse" gebracht worden. "Sie wurde von zu Hause evakuiert, in ein Safehouse gebracht und kann das Haus nicht verlassen." Das sei "Hausarrest für einen politisch missliebigen Kandidaten", empörte sich Kleinwächter dem Nachrichtenmagazin zufolge. Dass seine Chefin aber nie in einem "Safehouse" war und auf Mallorca weilte, kommunizierte der Parteikollege nicht – vielleicht, weil er es selbst nicht wusste.

Verwendete Quellen
  • srf.ch: "Schwyzer Kantonspolizei rückte wegen AfD-Chefin Alice Weidel aus"
  • spiegel.de: "Bedrohte AfD-Chefin Weidel machte Urlaub auf Mallorca" (kostenpflichtig)
  • Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa und AFP
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