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Die Deutschen streiken wenig

Studie  

Die Deutschen streiken wenig

17.03.2006, 10:29 Uhr

In kaum einem anderen Land wird so wenig gestreikt wie in Deutschland. Das geht aus einer Berechnung hervor, die das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) exklusiv für die Berliner Tageszeitung "Die Welt" vorgenommen hat. Danach sind von 1995 bis 2004 in Deutschland pro Jahr durchschnittlich nur drei Arbeitstage je 1000 Beschäftigte wegen Streiks ausgefallen. Das ist der zweitniedrigste Wert von insgesamt 23 untersuchten Industrienationen.

Nur in Japan weniger
Nur in Japan legten die Arbeitnehmer im selben Zeitraum noch seltener ihre Arbeit nieder - dort liegt der Durchschnittswert bei einem Tag je 1000 Beschäftigte. Spitzenreiter in der Statistik ist Island: Dort gingen von 1995 bis 2004 jährlich im Schnitt 573 Arbeitstage je 1000 Beschäftigte verloren. In Kanada waren es 196 Tage, in Spanien 195, in Dänemark 171 und in Frankreich 107 Tagen.

"Streik als Ultima Ratio"
Nach Ansicht von Hagen Lesch, Tarifexperte an dem Kölner Wirtschaftsinstitut, sind die hohen Hürden für die Arbeitnehmer der Grund für das niedrige Streikniveau in Deutschland: "Bei uns gilt Streik als Ultima Ratio", sagt Lesch. So sind in Deutschland politische Streiks verboten, auch gibt es keine Solidaritätsstreiks. Zudem ist vor einem Streik eine Urabstimmung nötig. Inwiefern das niedrige Streikniveau mit dem hohen Grad der betrieblichen Mitbestimmung in Deutschland zu tun hat, wurde bislang nicht wissenschaftlich untersucht, so Lesch.

Gesetz gilt seit 30 Jahren
Das "Gesetz über die Mitbestimmung der Arbeitnehmer" wurde vor 30 Jahren, am 18. März 1976, im Bundestag verabschiedet. Es verpflichtet alle Kapitalgesellschaften mit mehr als 2000 Beschäftigten, den Aufsichtsrat paritätisch zu besetzen. Dadurch haben Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat die gleiche Anzahl an Sitzen wie die Kapitalvertreter.

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