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Gedenktage: Berliner Mauerbau jährt sich zum 45. Mal

Gedenktage  

Mauerbau jährt sich zum 45. Mal

12.08.2006, 19:09 Uhr

"Seit dem frühen Morgen wird mitten in Berlin das Straßenpflaster aufgerissen, werden Asphaltstücke und Pflastersteine zu Barrikaden aufgeschichtet, Betonpfähle eingerammt und Stacheldrahtverhaue gezogen. Fassungslos stehen sich die West-Berliner auf der einen, die Ost-Berliner und Bewohner des Umlandes auf der anderen Seite an der Sektorengrenze gegenüber." Mit dieser Nachricht schockiert der Rundfunksender Rias am 13. August 1961 seine Hörer. Der Bau der Berliner Mauer - von der DDR-Regierung "Antifaschistischer Schutzwall" genannt - hat begonnen. Genau 45 Jahre ist das Ereignis her, das die Hoffnung auf eine deutsche Wiedervereinigung für 28 Jahre auf Eis legt.

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"Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten"
Bereits im Mai 1952 beschloss der Ministerrat der DDR, eine Sperrzone entlang der innerdeutschen Grenze einzurichten - ab 1957 waren die Grenzen dann weitgehend geschlossen. Walter Ulbricht, damaliger Staats- und Parteichef der DDR, beteuerte noch im Juni 1961: "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten."

Massenhafte Abwanderung
Doch die DDR-Regierung sieht sich unter Zugzwang: Etwa 2,6 Millionen Menschen verlassen bis 1961 die DDR und Ostberlin. Die so genannte "Abstimmung mit Füßen" gegen den "Sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaat" bedroht dessen Existenz. So lässt sich Ulbricht von der Sowjetunion den Mauerbau genehmigen.

"Wühltätigkeit gegen sozialistische Länder"
Eine Sondermeldung im Rundfunk bereitet die Bevölkerung darauf vor, was sie erwartet: An der Westberliner Grenze soll eine solche Ordnung eingeführt werden, "durch die der Wühltätigkeit gegen die Länder des sozialistischen Lagers zuverlässig der Weg verlegt und rings um das ganze Gebiet Westberlins eine verlässliche Bewachung gewährleistet wird."

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Sperren aus Stacheldraht
Am frühen Morgen des 13. August rücken dann die Verbände der Nationalen Volksarmee aus, um die Sektorengrenze mit Stacheldraht abzuriegeln. "Auf der Ostseite halten Kampfgruppen und Volkspolizei die Umstehenden mit Maschinengewehren in Schach", berichtet Rias, "im von den West-Alliierten kontrollierten West-Berlin schirmt die Polizei die Grenzanlagen vor den aufgeregten Bürgern ab." Aus den provisorischen, scharf bewachten Straßensperren entsteht bald ein Betonwall.

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Junger Flüchtling verblutet
Spätestens am 17. August 1962 wird klar, wie erst es der DDR-Regierung mit der Abriegelungspolitik ist. Als Peter Fechter vor den Augen etlicher Zeugen versucht, die Mauer nahe dem Checkpoint Charly zu erklettern, treffen ihn tödliche Schüsse. Der 18-Jährige verblutet, weil sich weder die DDR-Grenzer noch die US-Soldaten auf der anderen Seite dazu durchringen können zu helfen. Insgesamt sterben bei Fluchtversuchen an der Berliner Mauer bis zur Wiedervereinigung im Jahr 1989 125 Menschen.

Kaum Mauerreste in Berlin
Heute erinnert nur wenig an den Betonwall, der Berlin teilte. Bis Ende 1991 wurden alle Sperranlagen abgerissen, die wenigen Überreste der Mauer sind Museumsstücke. Der ehemalige Verlauf ist aber noch zu sehen: Er wird an vielen Stellen der Stadt durch eine Doppelreihe Kopfsteinpflaster markiert.

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