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Drei Deutsche in Pakistan festgenommen

Terrorwarnung  

Drei Deutsche in Pakistan festgenommen

22.06.2007, 10:55 Uhr | dpa

Die Gefahr von Selbstmordanschlägen in Deutschland ist nach Einschätzung der Bundesregierung gestiegen. Deutschland sei vor allem wegen des Engagements in Afghanistan seit geraumer Zeit "im Fadenkreuz des islamistischen Terrorismus", sagte Innenminister Wolfgang Schäuble am Freitag. Deutschland müsse seinen Auftrag in Afghanistan jedoch fortsetzen, und dürfe sich nicht "von Verbrechern herausbomben lassen". Sicherheitsexperten halten die Lage für so ernst wie zuletzt vor den Terroranschlägen von New York und Washington 2001.

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Drei Deutsche unter Terrorverdacht
In Pakistan sind zwei zum Islam übergetretene Deutsche im Zusammenhang mit Antiterrorermittlungen festgenommen worden. Das betätigte der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke. Außerdem sei eine dritte Festnahme gemeldet worden, sagte der BKA-Chef. Eine Person sei in Deutschland bereits als "Gefährder" aufgefallen. Einer der Festgenommenen ist ein Deutscher mit Migrationshintergrund aus Rheinland-Pfalz. Der Mann wohne in der Südpfalz, arbeite in Karlsruhe und habe Verbindungen zur Terrorszene, sagte der rheinland-pfälzische Innenminister Karl Peter Bruch dem SWR.

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Neue Terrorcamps im Grenzgebiet
Einem Bericht von "FAZ.net" zufolge sind mindestens zehn Personen aus Deutschland ausgereist, die ebenfalls dem islamistischen Spektrum zugerechnet werden. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte: "Es gibt eine Verbindung in den afghanisch-pakistanischen Raum - und wieder zurück." Nach Ansicht Schäubles gibt es Hinweise, dass im Grenzbereich zwischen Afghanistan und Pakistan Terroristen ausgebildet werden.

Bosbach: Keine Panik
Der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Bosbach stuft die Terrorgefahr für Deutschland inzwischen nicht mehr nur als abstrakt, sondern als konkret ein. "Ich glaube, dass man nicht länger sagen kann, dass wir nur eine abstrakte Gefahr haben", sagte er im Sender N-TV. Sowohl das Ministerium als auch Bosbach riefen die Bevölkerung zu erhöhter Wachsamkeit auf, warnten aber vor Panik.

Keine Konkreten Hinweise
Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg erklärte, man habe keine Hinweise auf eine konkrete Gefahr. Ziercke sagte ebenfalls, es gebe derzeit keine konkreten Ansätze für Anschläge oder Anschlagsorte. Vor allem in Afghanistan bestehe eine hohe Gefährdung für deutsche Soldaten oder Helfer. Dies hätten Anschläge und Drohungen der radikalislamischen Taliban in den vergangenen Monaten gezeigt.

Attentäter auf dem Weg nach Deutschland?
"Wir sind voll ins Zielspektrum des islamistischen Terrors gerückt", zitierte die "Süddeutsche Zeitung" August Hanning, den Staatssekretär des Bundesinnenministeriums. Er bezog sich auf ein Video, das am 9. Juni aufgenommen und dem US-Sender ABC zugespielt wurde. Es zeigt Mansur Dadullah, den Bruder des erst vor kurzem getöteten Taliban-Militärchefs, der ein ganzes Trainingslager voller kampfbereiter junger Männer in Afghanistan besucht. Die Kämpfer sagen in dem Video, sie wollten sich als Selbstmordattentäter opfern und seien auf dem Weg nach Kanada, Großbritannien und Deutschland.

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