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Mehr Geld für Contergan-Opfer

Medikamenten-Skandal  

Mehr Geld für Contergan-Opfer

08.05.2008, 21:06 Uhr | dpa

Medikament mit furchtbaren Nebenwirkungen: Contergan (Quelle: dpa)Medikament mit furchtbaren Nebenwirkungen: Contergan (Quelle: dpa) Contergan-Opfer bekommen mehr Geld. Durch einen einstimmigen Beschluss des Bundestags werden die Entschädigungsrenten vom 1. Juli an verdoppelt: von bisher maximal 545 auf bis zu 1090 Euro im Monat. Der mit 121 Euro niedrigste Beitrag steigt auf 242 Euro. Die Hilfsgelder für die Geschädigten des 1957 auf den Markt gebrachten Medikaments werden somit um 15 Millionen Euro pro Jahr aufgestockt. Das Aachener Pharmaunternehmen Grünenthal will zusätzlich 50 Millionen Euro in die Conterganstiftung für behinderte Menschen einzahlen. Das Unternehmen bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".



"Wichtiger Schritt"

Der Bundesverband Contergangeschädigter begrüßte die weitere Zahlung des Pharmaherstellers 50 Jahre nach dem Medizinskandal als "wichtigen Schritt in die richtige Richtung". Trotzdem seien die gesamten Forderungen für mehr Lebensqualität noch nicht erfüllt, sagte die Verbandsvorsitzende Margit Hudelmaier.

Versorgung der Betroffenen

Grünenthal-Sprecherin Annette Fusenig sagte, die "moralische Verantwortung" habe das Unternehmen zu der Zahlung bewogen. Grünenthal wolle die Lebenssituation der Betroffenen dauerhaft verbessern. Daneben werde sich das Unternehmen auch für eine spezielle medizinische Versorgung der Betroffenen einsetzen. "Ich freue mich sehr, dass das jahrzehntelange, für beide Seiten belastende Schweigen ein Ende hat", erklärte Grünenthal-Chef Sebastian Wirtz. Sein Großvater hatte das Familienunternehmen während des Medizinskandals gleitet.

Vorwürfe von kleinerem Verband

Der kleinere Bund Contergangeschädigter und Grünenthalopfer sprach dagegen von einer Verhöhnung der Opfer. "Wir haben das Gefühl, dass sich Grünenthal aus den Negativ-Schlagzeilen freikaufen will." Die Inhaber-Familie sei an dem Medikament Contergan reich geworden, die Betroffenen lebten dagegen im Elend. 500 Millionen Euro wären seiner Meinung nach ein angemesseneres Zeichen gewesen.

2800 Menschen leiden an Schädigungen

Das Wirkstoff Thalidomid des Medikaments hatte bei rund 5000 Kindern in Deutschland beträchtliche Fehlbildungen an den Gliedmaßen verursacht. Ein Strafprozess war 1970 wegen geringer Schuld eingestellt worden. Laut Opfer-Verband leben heute noch rund 2800 Betroffene.


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