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USA zeigen wieder Flagge im Herzen Berlins

Neue US-Botschaft am Pariser Platz  

USA zeigen wieder Flagge im Herzen Berlins

07.07.2008, 23:19 Uhr | dpa

82 Millionen Euro hat das Gebäude der neuen US-Botschaft gekostet82 Millionen Euro hat das Gebäude der neuen US-Botschaft gekostet Mit ihrer neuen Botschaft sind die Amerikaner am Freitag nach fast 70 Jahren an den historischen Standort ihrer diplomatischen Vertretung am Brandenburger Tor zurückgekehrt. Die offizielle Eröffnung zum amerikanischen Unabhängigkeitstag, dem 4. Juli, ist mehr als ein Umzug: Erstmals seit Kriegsende steht eine US-Botschaft in Deutschland wieder im politischen und repräsentativen Zentrum des Landes.

Das rund 82 Millionen Euro teure Gebäude schließt die letzte Baulücke am Pariser Platz, dem Touristentreff und "Showroom" für Nachwende-Architektur. Ganz in der Nähe sind auch die diplomatischen Niederlassungen von Briten, Franzosen und Russen zu finden. Der helle Bau der Amerikaner gilt als sicherstes Haus Berlins. Allerdings wird er auch als bunkerähnliche "Festung" kritisiert.

Foto-Serie Die neue US-Botschaft in Berlin
Video Streit um die US-Botschaft

Bush Senior und Merkel halten Festreden

Den Festakt für den Abend organisierte die Botschaft mit Bedacht. Als erster Redner stand Ex-Präsident George Bush auf dem Programm. Der 84-jährige Vater des heutigen US-Präsidenten trat nach dem Fall der Mauer schnell für die volle Souveränität Deutschlands ein und brachte damit die Wiedervereinigung voran. Als zweite Rednerin sollte Kanzlerin Angela Merkel zu Wort kommen.

Mehr als ein nettes Fest

Es ist die jüngste und jüngere deutsche Geschichte, die die Botschaftseröffnung zu mehr als einem netten Fest für 4.500 geladene Gäste bei Häppchen und Sekt machte. Das Grundstück lag einst direkt an der Mauer, die bis 1989 Berlin, Deutschland und zwei politische Systeme teilte. Die Amerikaner waren Kriegsgegner, dann Besatzer, schließlich Schutzmacht West-Berlins. Gerade wurde das 60. Jubiläum der Luftbrücke gefeiert.

Symbol für deutsch-amerikanische Freundschaft

Es ist dieser Hintergrund, der Botschafter William Timken nicht loslässt, wenn er heute von der gläsernen Rotunde im Dachgeschoss der Botschaft den Blick schweifen lässt: vom Holocaust-Mahnmal über den neu erbauten Potsdamer Platz zur Quadriga auf dem Brandenburger Tor und weiter Richtung Reichstagskuppel und Kanzleramt. "Unsere neue Botschaft ist ein Symbol für die deutsch-amerikanische Partnerschaft im 21. Jahrhundert", sagt er.

Sandsteinbau mit Panzerglas

Wissenschaftler geben dem Diplomaten recht. Die Botschaft sei ein wichtiges Zeichen für die starken Beziehungen zwischen den USA und Deutschland, sagt Professor Irwin Collier von der Freien Universität Berlin. Doch für solch tiefere Bedeutungen ist in Berlin noch wenig Raum - es geht erst einmal ums Äußere, das auch eine Antwort auf die Terroranschläge gegen die USA ist. Kaum waren die Baugerüste gefallen, begann eine Architekturdebatte um den Sandsteinbau mit seinem grünlich schimmernden Panzerglas.

"So offen wie möglich"

"Eine Botschaft hätte es verdient, ein offeneres Gesicht nach außen zu tragen", sagt zum Beispiel Berlins Senatsbaudirektorin Regula Lüscher, die selbst Architektin ist. Die Kritik weist auf ein Grundproblem hin: Hohe Sicherheitsstandards sind mit der Architektur historisch gewachsener europäischer Innenstädte wenig vereinbar. Timken ist sich dessen bewusst: "Wir hätten ja mitten im Wald bauen können. Aber wir wollten ein Teil Deutschlands sein. So offen wie möglich."

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