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Paketbombe für Merkel kam aus Griechenland

Paketbombe für Merkel kam aus Griechenland

02.11.2010, 19:04 Uhr | AFP , dpa

Paketbombe für Merkel kam aus Griechenland. Die Polizei hat im Berliner Kanzleramt eine Paketbombe aus Griechenland entschärft (Foto: dpa)

Die Polizei hat im Berliner Kanzleramt eine Paketbombe aus Griechenland entschärft (Foto: dpa)

Spezialisten der Polizei haben im Berliner Kanzleramt ein Päckchen mit Sprengstoff entschärft, das an Kanzlerin Angela Merkel adressiert war und aus Griechenland kam. Die Regierung sieht einen Zusammenhang mit der Briefbomben-Serie in Athen, aber nicht zu den entdeckten Luftfracht-Bomben aus dem Jemen.

"Es spricht einiges dafür, dass ein nicht unerheblicher Schaden hätte eintreten können", sagte Innenminister Thomas de Maizière. Er riet den deutschen Behörden zu verstärkten Vorsichtsmaßnahmen.

Merkel war nicht in Berlin

Das Päckchen war nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert direkt an die Bundeskanzlerin gerichtet. Spezialisten des Berliner Landeskriminalamts zerschossen es mit einer Wasserkanone. Merkel war zum Zeitpunkt des Alarms in Belgien. Das vermutlich mit Schwarzpulver gefüllte Päckchen ging gegen 13 Uhr im Kanzleramt ein. Die Postsendung sei auffällig gewesen, sagte Seibert. Als Absender war das griechische Wirtschaftsministerium angegeben. Die Poststelle im Kanzleramt wurde vom Bundeskriminalamt geschlossen. Verletzt wurde niemand.

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Das explosive Paket, das per Kurierdienst UPS geschickt worden sein soll, kam nach Angaben der Bundesregierung aus Griechenland. Nach erster Einschätzung der Ermittler handelt es sich um eine Sprengvorrichtung. "Diese entsprach nach allem, was wir wissen, der gleichen Bauart und dem Aussehen des Päckchens, das an die Schweizer Botschaft in Athen gegangen war, und auch dem der anderen Pakete in Athen", sagte de Maizière. Das Paket habe einen griechischen Absender gehabt und sei vor zwei Tagen per Luftpost von Griechenland nach Deutschland versandt worden.

Innenminister bittet um besondere Vorsicht

Die Art des Sprengstoffs und auch die Gefährlichkeit seien noch nicht endgültig ermittelt, sagte der Innenminister. Er habe veranlasst, dass sämtliche Poststellen der Bundesregierung ihre Sicherheitsmaßnahmen überprüfen und gegebenenfalls verschärfen. De Maizière bat alle öffentlichen Stellen, in den nächsten Tagen bei unbekannten Postsendungen vor allem aus Griechenland sehr vorsichtig zu sein und die Polizei einzuschalten. Einen Warnhinweis aus Griechenland habe es nicht gegeben.

Der Minister sagte, im Zusammenhang mit der Explosion einer Sendung an die Botschaft Mexikos in Athen seien zwei Verdächtige in Griechenland festgenommen worden. Sie seien dem linksextremistischen Spektrum zuzuordnen. Ein Verdächtiger sei Mitglied der Gruppierung "Verschwörung der Zellen vom Feuer", die seit 2008 in Griechenland zahlreiche Sprengstoffanschläge verübt habe. Bei einem Verdächtigen seien zwei weitere Postsendungen gefunden worden, die an den Sitz von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und die belgische Botschaft in Athen adressiert gewesen seien. Für einen Zusammenhang mit den aus dem Jemen verschickten Paketbomben spreche derzeit nichts.

Keine Absperrungen, kein Krisenstab

Das Päckchen war nicht in die Poststelle des Kanzleramts gelangt, sondern im Postüberprüfungsraum außerhalb des Zentralgebäudes aufgefallen. Das Kanzleramt wurde nicht evakuiert oder abgesperrt. Auch ein Krisenstab wurde nicht gebildet. "Wir sind vor allem heilfroh sagen zu können, dass niemand - kein Polizist und auch kein Mitarbeiter des Kanzleramtes - zu Schaden gekommen ist", sagte der Regierungssprecher.

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