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Erhöhte Zahl von Leukämie-Fällen im Umfeld des Atommülllagers Asse

Krebsfälle um Atommülllager Asse sollen genauer geprüft werden

26.11.2010, 13:57 Uhr | dapd, AFP

Nach dem Bekanntwerden von erhöhten Leukämieraten in der Umgebung des Atommülllagers Asse, hat das niedersächsische Sozialministerium nun eine detaillierte Prüfung der Krankheitsfälle angekündigt. Das Bundesamt für Strahlenschutz schließt unterdessen einen Zusammenhang mit dem aktuellen Betrieb der Asse aus.

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Dass Radioaktivität eine Ursache für eine Leukämieerkrankung sein kann, ist nach Angaben des Sozialministeriums "unbestritten". Es gebe aber auch andere Ursachen, sagte eine zuständige Mitarbeiterin.

Ministerium kündigt Untersuchung an

Bislang gebe es keinen Anlass für die Annahme, dass die Asse ursächlich für die vermehrt aufgetretenen Krebsarten sei. Entsprechende Auswertungen seien allerdings noch nicht abgeschlossen.

Da die Erkrankten im Epidemiologischen Krebsregister nur anonym erfasst seien, wolle man nun möglichst detaillierte Angaben über die Krebspatienten einholen, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Damit soll festgestellt werden, ob unter den Betroffenen auch Menschen sind, die in dem Atommülllager gearbeitet haben, wodurch eine Krebserkrankung eher erklärbar wäre.

BfS: "Keine Gefahr von Asse"

Unterdessen habe der Landkreis Wolfenbüttel bereits eine Arbeitsgruppe unter Einbeziehung des Landesgesundheitsamtes und des Betreibers der Asse, dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), eingerichtet, so der Sprecher weiter.

Dies ließ zwischenzeitlich verlauten, dass die erhöhte Krebsrate nicht im Zusammenhang mit dem aktuellen Betrieb des Atommülllagers stehe. Die Überwachungsmessungen über und unter Tage zeigten, "dass zum jetzigen Zeitpunkt von der Asse weder für die Beschäftigten, noch für die Bevölkerung eine Gefahr ausgeht", erklärte das BfS. Erst kürzlich hätten Auswertungen von Boden- und Ackerfrüchteproben ergeben, dass keine Gefahrensituation in der Umgebung der Asse vorliege.

Krebsrate doppelt so hoch wie erwartet

Am Donnerstag ließ das Sozialministerium verlauten, dass die Rate der Leukämieerkrankungen in der Samtgemeinde Asse im Zeitraum von 2002 bis 2009 doppelt so hoch sei wie statistisch zu erwarten.

Statt der zu erwartenden acht Fälle gab es insgesamt 18 Erkrankungen, darunter zwölf Männer und sechs Frauen. Die Erkrankungsrate für Schilddrüsenkrebs bei Frauen ist den Angaben zufolge im untersuchten Zeitraum sogar verdreifacht.

Über Hunderttausend Fässer Atommüll

In dem maroden ehemaligen Salzbergwerk Asse sind zwischen 1967 und 1978 rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelaktivem Atommüll eingelagert worden. Der Betreiber, das Bundesamt für Strahlenschutz, plant wegen Wassereinbrüchen und Einsturzgefahr derzeit, das komplette Lager zu räumen.




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