Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland >

Proteste gegen Atomkraft: Tausende bilden Menschenkette

Tausende bilden Menschenkette gegen Atomkraft

15.03.2011, 08:16 Uhr | dpa

Zehntausende Atomkraftgegner haben mit einer Menschenkette von Stuttgart nach Neckarwestheim für den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie demonstriert. Auf einer Strecke von rund 45 Kilometern zwischen dem Sitz der baden-württembergischen Landesregierung in Stuttgart und dem Atomkraftwerk Neckarwestheim zählten die Veranstalter rund 60.000 Teilnehmer.

Damit kamen rund 20.000 Menschen mehr zu der Protestaktion als erwartet. Als Grund für das gestiegene Interesse nannten die Veranstalter den durch das Erdbeben verursachten schweren Atomunfall in Japan.

Weitere Nachrichten und Links

Unter dem Motto "Atomausstieg in die Hand nehmen" bildeten die Teilnehmer auf der gesamten Strecke eine geschlossene Menschenkette. Sie protestierten damit gegen die Atompolitik der Bundes- und der Landesregierung. Unter den Demonstranten waren auch die Grünen-Bundesvorsitzenden Claudia Roth und Cem Özdemir sowie die Spitzenkandidaten zur baden-württembergischen Landtagswahl von SPD und Grünen, Nils Schmid und Winfried Kretschmann. Schmid und Kretschmann reihen sich auf dem Schlossplatz in Stuttgart in die Menschenkette ein.

Protestaktion war schon lange geplant

Im rund 45 Kilometer entfernten Neckarwestheim nahmen die Atomkraftgegner den von ihnen geforderten Atomausstieg symbolisch selbst in die Hand. Sie zogen einen überdimensionalen Stecker und stöpselten ihn in ein Windrad. Die Protestaktion stand unter dem Eindruck der Atomkatastrophe in Japan und der Landtagswahl am 27. März. Sie war bereits vor Monaten terminlich geplant worden.

"Das Abschalten von Neckarwestheim war schon vor der Katastrophe in Japan angesagt", sagte der Grünen-Politiker Kretschmann. Ob der Unfall zwei Wochen vor der Landtagswahl den Grünen Auftrieb geben werde, wollte er nicht beurteilen. "Ich glaube, solche Gedanken sollte man bei so einer Katastrophe nicht haben."

Atomausstieg unrealistisch?

Auch die Linke sowie zahlreiche Umweltgruppen schlossen sich dem Protest an. Ein Sprecher des von der CDU-Politikerin Tanja Gönner geführten baden-württembergischen Umweltministeriums kritisierte die Aktion: "Es ist schon erstaunlich, dass Menschen aus ganz Deutschland mit Bussen und Bahnen für die Menschenkette in Baden-Württemberg angefahren werden müssen", sagte er.

Es sei völlig unrealistisch, auf die Schnelle aus der Atomenergie auszusteigen. "Man streut den Menschen Sand in die Augen, wenn der Eindruck erweckt wird, die Kernenergie könne kurzfristig durch erneuerbare Energien ersetzt werden."

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal