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Stark erhöhte Radioaktivität im Atommülllager Asse gemessen

Stark erhöhte Radioaktivität im Atommülllager Asse gemessen

14.04.2011, 18:29 Uhr | dpa , dapd

Stark erhöhte Radioaktivität im Atommülllager Asse gemessen. Im Salzbergwerk Asse lagert Atommüll (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Im Salzbergwerk Asse lagert Atommüll (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Im maroden Atommülllager Asse bei Wolfenbüttel ist die Radioaktivität vor einer Einlagerungskammer stark gestiegen. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) maß in einem Bohrloch vor der Kammer 12 in 750 Metern Tiefe eine Aktivität von 240.000 Becquerel Cäsium 137 pro Liter, wie ein Sprecher mitteilte.

"Das ist der bislang höchste Wert von Cäsium 137 in einer Lösungsprobe, der in der Asse nach dem Ende der Einlagerung im Jahr 1978 gemessen wurde", sagte er. Der Wert liege 24 Mal höher als die erlaubte Freigrenze, sagte ein BfS-Sprecher. Das BfS habe sichergestellt, dass niemand in direkten Kontakt mit der kontaminierten Lauge kommt. In einer geringeren Konzentration wurde in der Lösung auch das Radionuklid Kobalt 60 festgestellt.

Konzentration hat sich verdoppelt

Das Helmholtz Zentrum habe im Jahr 2008 in demselben Bohrloch noch eine Aktivitätskonzentration von etwa 90.000 Becquerel pro Liter gemessen, erklärte Nording. Damit habe sich die Aktivitätskonzentration an dieser Messstelle innerhalb von drei Jahren mehr als verdoppelt.

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Die Freigrenze für Cäsium-137-Aktivitätskonzentrationen liegt laut Strahlenschutzverordnung bei 10.000 Becquerel pro Kilogramm, was bei Wasser der Menge eines Liters entspricht.

Die hohen Werte wurden in der Nähe des sogenannten Laugensumpfes gemessen. Dass dieser Sumpf aus kontaminierter Salzlösung besteht, ist bereits seit 1994 bekannt. Bei dieser Flüssigkeit handelt es sich nach BfS-Angaben nicht um das von außen ins Bergwerk sickernde Zutrittswasser. Die Kontaminationen gehen offenbar auf die in der Kammer lagernden Abfälle zurück.

Die Strahlenschützer des BfS hätten alle erforderlichen Schutzmaßnahmen zur Sicherheit der Beschäftigten getroffen, sagte Nording. Die Behörde habe eine Genehmigung, mit diesen radioaktiven Lösungen umzugehen.

Umweltschützer kritisiert Informationspolitik

Udo Dettmann vom atomkraftkritischen Asse-II-Koordinationskreis kritisierte die Informationspolitik des BfS. "Die Hälfte der Informationen fehlt, zum Beispiel, um wie viele Liter hoch kontaminierte Flüssigkeit es sich handelt", sagte er. Klar sei, dass es in der Asse "offene Radioaktivität" gebe. Die Vorarbeiten zur Bergung der Fässer müssten nun "umgehend beginnen."

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