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"S 21"-Gutachter sehen Stresstest auf wackeligen Beinen

"S 21"-Gutachter sehen Stresstest auf wackeligen Beinen

30.06.2011, 21:45 Uhr | dpa, AFP

"S 21"-Gutachter sehen Stresstest auf wackeligen Beinen. Links: Der Stuttgarter Bahnhof, wie er heute aussieht. Rechts die unterirdische Version, die die Bahn gerne bauen will. Ein Stresstest soll entscheiden (Fotos: dpa/dapd)

Links: Der Stuttgarter Bahnhof, wie er heute aussieht. Rechts die unterirdische Version, die die Bahn gerne bauen will. Ein Stresstest soll entscheiden (Fotos: dpa/dapd)

Die Bahn geht von einem positiv verlaufenden Stresstest aus, unabhängige Gutachter sehen schon die Vorgaben zur Gesamtberechnung auf wackeligen Beinen. Die Verwirrung um die Leistungsprüfung zum umstrittenen Bahnhofsprojekt "Stuttgart 21" geht weiter. Das Schweizer Planungsbüro SMA bezweifelt nach einem Bericht des SWR, dass das Projekt den Stresstest in allen Punkten bestehen werde.

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Der Sender berief sich dabei auf einen ihm vorliegenden Zwischenbericht des Planungsbüros, mit dem der Lenkungskreis des Projekts am 16. Juni über den Sachstand informiert worden sei. Die Bahn AG hatte demgegenüber in Umlauf gebracht, dass der Stresstest positiv ausfallen und der neu Tiefbahnhof die geplante Leistungsfähigkeit von 49 Zügen in der Spitzenstunde aushalten werde.

Zweifel an simuliertem Fahrplan

Laut SWR hatte das Planungsbüro die meisten Vorgaben der Bahn zum Stresstest bis Mitte Juni noch nicht abschließend geprüft. Vorbehalte machten die Prüfer dem Sender zufolge aber bereits bei der Frage geltend, ob mit dem simulierten Fahrplan Verspätungen wirklich aufgefangen werden können, die im Normalbetrieb oder bei einem Störfall entstehen. Die Prüfer schlügen in dem Papier vor, von vorneherein längere Mindesthaltezeiten auf wichtigen Regionalbahnhöfen zu berechnen. Solche Vorgaben gelten als entscheidend für die Gesamtberechnung, weil längere Haltezeiten die Kapazität des Fahrplans verringern könnten.

Grüne: Annahmen der Bahn voreilig

Die regierenden Grünen in Baden-Württemberg sehen sich nun in der Auffassung betätigt, dass der Stresstest noch nicht abgeschlossen und sein Ergebnis offen sei. Die von der Bahn in Umlauf gebrachten Informationen und Bewertungen, die ein "Bestehen" des Stresstestes suggerieren sollten, seien voreilig und bei weitem nicht aussagekräftig, erklärte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stuttgarter Landtag, Andreas Schwarz.

Die Bahn reagierte gelassen auf die kritischen Töne. "Das ändert nichts an der Sicht der Bahn, dass sie den Test bestanden hat", sagte Projektsprecher Wolfgang Dietrich mit Blick auf die Zweifel von sma an den vorgegebenen Haltezeiten im simulierten Fahrplan für den geplanten Tiefbahnhof. Es handele sich bei den Kritikpunkten um einen veralteten Arbeitsstand, der mittlerweile aufgearbeitet worden sei, erläuterte Dietrich am Donnerstag in Stuttgart.

Der Stresstest zu dem rund 4,5 Milliarden Euro teuren Bahnhofsumbau wurde in einer Schlichtung zu dem Bahnhofsprojekt unter der Leitung des CDU-Politikers Heiner Geißler vereinbart. Darin soll eine Computer-Simulation zeigen, ob der geplante unterirdische Bahnhofsneubau im Vergleich zum bestehenden Kopfbahnhof genug Kapazitäten für den morgendlichen Berufsverkehr hat. Besteht er den Test nicht, was die Projektgegner hoffen, würden Nachrüstkosten das Budget sprengen und die Bahn müsste das Projekt beerdigen.

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