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Atommüll: Salz, Ton, Granit - wohin mit dem radioaktiven Müll?

Salz, Ton, Granit - wohin mit dem Atommüll?

| dapd

Beim jahrelangen Streit über die Lagerung radioaktiver Abfälle werden drei Gesteinsarten genannt, die grundsätzlich als Wirtsgestein in Frage kommen: Ton, Granit und Salz. Experten haben im Auftrag des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) jedoch festgestellt, dass es kein Wirtsgestein gebe, "das grundsätzlich immer eine größte Endlagersicherheit gewährleistet".

Für alle Gesteine würden sich aber angepasste Endlagerkonzepte entwickeln lassen. Ein Überblick:

Steinsalz: Unter natürlichen Lagerungsbedingungen ist Steinsalz praktisch undurchlässig gegenüber Gasen und Flüssigkeiten und besitzt eine hohe Wärmeleitfähigkeit sowie Eigenschaften, die zum Verschluss von Hohlräumen im Gebirge führen. Aufgrund dieser günstigen Eigenschaften ist Steinsalz nach Einschätzung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) besonders gut als Wirtsgestein für wärmeentwickelnde hochaktive Abfälle geeignet.

Geologen weisen jedoch darauf hin, dass Salz besonders gut löslich ist, sodass Wasser oder Laugen sich einen Weg hindurch bahnen können. Potenzielle Salzstöcke liegen nach Angaben der BGR in Norddeutschland.

Ton: Tongesteine weisen eine große Bandbreite auf, vom plastischen Ton mit Übergangsformen bis zum stark verfestigten und teilweise geklüfteten Tonstein. Ton ist kaum wasserlöslich und auch kaum wasserdurchlässig.

Allerdings leitet Ton Wärme schlechter ab als Steinsalz. Zudem sind künstliche Hohlräume nicht so stabil und müssten mit technischen Hilfsmitteln stabilisiert werden. Außerdem darf die durch die Abfallwärme hervorgerufene maximale Gebirgstemperatur von 100 Grad nicht überschreiten, die Zwischenlagerzeit beträgt nach Einschätzung der BGR daher mindestens 30 bis 40 Jahre. Mögliche Tonsteinformationen liegen demnach vor allem im Norden Deutschlands sowie entlang der Donau und westlich des Bodensees.

Granit: Sogenannte Kristallingesteine (Granite und metamorphe Gesteine) zeichnen sich besonders durch ihre hohe Festigkeit und Hohlraumstabilität sowie durch ihre geringe Temperaturempfindlichkeit aus. Bei unzerklüfteten Formationen ist die Durchlässigkeit von kristallinen Gesteinen sehr gering, allerdings erhebt die BGR Zweifel, ob diese in Deutschland in ausreichender Größe vorhanden sind.

Bei stärker zerklüfteten Gesteinsschichten müssten die Abfälle in zusätzlichen Behältern verschlossen werden. Mögliche Standorte im Raum Dresden und im Norden Bayerns werden heutzutage daher kaum noch in Betracht gezogen.

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