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Neonazi-Szene in Baden-Württemberg plante Sprengstoffanschlag

LKA ermittelt  

Rechtsextreme bauen Sprengsatz

10.09.2013, 21:09 Uhr | AFP

Neonazi-Szene in Baden-Württemberg plante Sprengstoffanschlag. Rechtsextremismus, Terrorismus, Sprengstoffanschläge (Quelle: dpa)

Das Landeskriminalamt ermittelt gegen Verdächtige aus der rechten Szene (Quelle: dpa)

Die Polizei ist in Baden-Württemberg mit einer Razzia gegen mehrere Verdächtige aus der rechtsextremen Szene vorgegangen, die möglicherweise einen Sprengstoffanschlag geplant haben. Es soll Überlegungen gegeben haben, eine selbst gebaute Bombe mit einem Modellflugzeug bei einer Veranstaltung politischer Gegner einzusetzen, teilte das Landeskriminalamt (LKA) mit.

Ein 23-jähriger Wohnsitzloser wurde nach Angaben des LKA und der Staatsanwaltschaft Freiburg als mutmaßlicher Drahtzieher festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft. Er soll zu den Rechtsextremen gehören und einen 42-jährigen Mann aus dem Raum Emmendingen zum Bau einer Sprengvorrichtung angestiftet haben.

Funktionsfähige Bombe schon fertig

In der Wohnung des mutmaßlichen Bombenbauers wurden eine funktionsfähige Sprengvorrichtung und mehrere Modellflugzeuge beschlagnahmt. LKA-Spezialisten entschärften den Sprengsatz. Der Haftbefehl gegen den 42-Jährigen, der bislang nicht mit politisch motivierten Straftaten aufgefallen war, wurde gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt.

Zudem wird laut LKA und Staatsanwaltschaft auch gegen einen 22-Jährigen aus dem Landkreis Freudenstadt, bei dem sich der mutmaßliche Drahtzieher zeitweise aufhielt, sowie einen 24-Jährigen aus Freiburg ermittelt. Beide Männer werden ebenfalls der rechtsextremen Szene zugeordnet. Gegen alle Verdächtigen wird wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz.

Böller auf Demonstranten

Die Polizei kam den Verdächtigen laut LKA durch einen Hinweis auf die Spur. Bereits in der vergangenen Woche wurden demnach in Freiburg sowie in den Landkreisen Freudenstadt und Emmendingen ein rechter Szenetreff und die Wohnungen der vier Verdächtigen durchsucht. Dabei wurden neben der Sprengvorrichtung und den Modellflugzeugen auch verschiedene Chemikalien, geringe Mengen Betäubungsmittel, Datenträger und eine Videokamera beschlagnahmt.

Der mutmaßliche Drahtzieher hatte den Angaben zufolge bereits Ende August bei einer Demonstration der Partei "Die Rechte" in Dortmund einen Böller in Richtung von Gegendemonstrationen geworfen. Dadurch erlitten fünf Menschen Knalltraumata.

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