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Hooligans gegen Salafisten - "Kampf gegen Salafismus nur Alibi"

Entsetzen nach Randale in Köln  

"...dann haben wir eine neue Qualität der Gewalt"

27.10.2014, 13:35 Uhr | dpa

Hooligans gegen Salafisten - "Kampf gegen Salafismus nur Alibi". Jagdszenen in Köln: Hooligans gehen auf Polizisten los - die weichen zurück. (Quelle: Reuters)

Jagdszenen in Köln: Hooligans gehen auf Polizisten los - die weichen zurück. (Quelle: Reuters)

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hält den Zusammenschluss von Hooligans und Rechtsextremen wie am Sonntag in Köln für eine äußert gefährliche Entwicklung. "Wenn sich diese Gruppe jetzt verfestigt und noch wächst, dann haben wir aus meiner Sicht eine neue Qualität der Gewalt", sagte der nordrhein-westfälische GdP-Landesvorsitzende Arnold Plickert.

Hooligans und Rechtsradikale hatten sich am Sonntag in Köln Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Sie hatten unter dem Motto "Hooligans gegen Salafisten" eine Demonstration angemeldet. Die Beamten setzten Wasserwerfer, Schlagstöcke und Tränengas ein.

44 Polizisten verletzt

Die Beamten seien mit Flaschen, Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen worden, sagte ein Sprecher. 44 Polizisten wurden verletzt, einer davon schwer. Demonstranten kippten ein Polizeifahrzeug um. Auf Seiten der Demonstranten sei ein Mensch verletzt worden - 17 von ihnen wurden festgenommen. Eine solche Eskalation der Gewalt habe es in Nordrhein-Westfalen lange nicht gegeben, sagte der Sprecher. Sechs Hooligans wurden festgenommen.

"Kampf gegen den Salafismus nur Alibi"

Es sei erschreckend, welchen Zulauf die sogenannten "Hooligans gegen Salafisten" in den vergangenen Wochen bekommen hätten, sagte Plickert. Vor einigen Wochen habe die Gruppe noch mit wenigen Dutzend Teilnehmern in Mannheim und Essen demonstriert. In Dortmund kamen Anfang Oktober schon mehr als 300 Teilnehmer, die sich vor allem über soziale Netzwerke im Internet organisierten. "Und jetzt haben wir hier in Köln schon 4500 gehabt", sagte Plickert. "Der Kampf gegen den Salafismus ist nur ein Alibi - man will die Gewalt ausleben."

Sollte sich das Bündnis in dieser Form festigen, könnten das die Einsatzkräfte der Polizei in NRW parallel zu den ohnehin vielen großen Einsätzen etwa bei Fußballspielen nicht mehr leisten.

Hooligans versuchen den Bahnhof zu stürmen

Schon vor Beginn der Krawalle wurden am Hauptbahnhof "Ausländer-raus"-Rufe angestimmt. Als die Hooligans dann durch die Stadt zogen, kam es zu den heftigen Ausschreitungen. "Demonstranten haben massiv Polizisten attackiert", sagte ein Polizeisprecher. "Wir haben Pfefferspray, Schlagstöcke und Wasserwerfer eingesetzt, um die Situation schnell in den Griff zu bekommen."

Wenig später eskalierte die Lage auch am Hauptbahnhof. Demonstranten versuchten, das abgesperrte Bahnhofsgebäude zu stürmen. Hooligans seien erneut auf Beamte losgegangen und hätten mit Stühlen und Fahrrädern auf sie geworfen. Die Polizei setzte auch dort Wasserwerfer ein.

Als sich die Lage etwas beruhigte, eskortierte die Polizei die Demonstranten in kleinen Gruppen durch den Bahnhof zu ihren Zügen, damit sie aus Köln abreisen konnten. Auch dabei kam es immer wieder zu kleineren Rangeleien mit Einsatzkräften.

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